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Tränkwasserdesinfektion in landwirtschaftlichen Betrieben

15.11.2004


Die Ausrichtung der deutschen Agrarpolitik auf die Stärkung des Umweltschutzes, Tierschutzes und vor allem der Lebensmittelsicherheit ist eine Herausforderung, der sich Wissenschaft, Industrie und Landwirte stellen müssen. Im Hinblick auf die Tiergesundheit landwirtschaftlicher Nutztiere, auch unter dem Aspekt des Verbotes der antibiotischen Leistungsförderer, kommt der Futter- und Stallhygiene eine steigende Bedeutung zu. Dabei wird oftmals dem Tränkwasser eine zu geringe Beachtung geschenkt.



Zur Untersuchung der Wirksamkeit einer Tränkwasserdesinfektion bei landwirtschaftlichen Nutztieren wurden im Institut für Tierernährung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig Versuche durchgeführt. Partner bei diesen Versuchen war die Firma eco-wasser GmbH, Wathlingen, die eine technisch einfache aber wirksame Vorrichtung zur Desinfektion von Tränkwasser entwickelt hat. Gefördert wurde das Projekt durch das Land Niedersachsen. Die Vorrichtung kann sehr einfach in das bestehende Leitungssystem der Tränkwasserversorgung eingebaut werden. Ziel ist es dabei, den Keimgehalt des Tränkwassers zu minimieren, ohne die anderen Eigenschaften des Wassers hinsichtlich der Wasserqualität zu beeinflussen. Dies erfolgt durch die gezielte Dosierung einer mittels Elektrolyseverfahren erzeugten Hypochloritlösung in das Tränkwasserverteilsystem. Die Vorrichtung arbeitet vollautomatisch und ohne Einsatz von Chlorgas.



Aus den Versuchsergebnissen ergibt sich die Schlussfolgerung, dass der Einsatz eines solchen Systems zur Tränkwasserdesinfektion vermutlich dort günstige Effekte bewirken könnte, wo die Bedingungen eine deutliche Verbesserung der Keimsituation bzw. eine andauernde Stabilisierung der Wasserqualität erwarten lassen. Das ist der Fall bei:
o Weidetränken aus Vorratsbehältern, die längere Zeit auf der Weide verbleiben.

o Tränkwasser, das nicht aus dem Trinkwassersystem kommt.
o Tränksystemen mit einem ungünstigen Verhältnis von Volumen und Verbrauch.

Kontakt:

Dr. Andreas Berk
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Institut für Tierernährung
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
E-Mail: andreas.berk@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de

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