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Neue Erkenntnisse zur Mehltauresistenz bei Tomaten

13.10.2004


Die genetische Resistenz des Echten Mehltaus (Oidium neolycopersici) kann sowohl von einem (monogene Resistenz) als auch von mehreren Genen (polygene Resistenz) abhängig sein. Viele Resistenzgene gegen Mehltau - wie auch gegen andere Schaderreger - sind dabei auf dem Chromosom 6 der Tomate zu finden. Die Resistenzmechanismen und die Spezifität der Resistenzgene sind sehr vielfältig. Das fand eine Wissenschaftlerein an der Universität Wageningen (Niederlande) im Rahmen ihrer Dissertation heraus. Die Ergebnisse geben wichtige, neue Informationen für die Zucht mehltauresistenter Tomaten.



Die Wissenschaftlerin kreuzte für ihre Versuche Resistenzgene aus wilden Tomatensorten in so genannte isogene Linien der Tomatensorte ’Money maker’ ein. Die so erzeugten Pflanzen waren genetisch nahezu identisch, ausgenommen der Resistenzgene. Mit Hilfe von molekularen Markern und Resistenztests wurden fünf dominante, monogene Resistenzgene auf Chromosom 6 lokalisiert. Zusätzlich wurde in einer Varietät einer wilden Tomate eine quantitative (in ihrer Ausprägung abgestufte) Resistenz untersucht. Hier zeigte sich, dass die Resistenz auf mindestens drei Genorten beruht, wovon einer ebenfalls auf dem Chromosom 6 liegt.



Die Tatsache, dass viele Resistenzgene auf Chromosom 6 zu finden sind, ist aus Sicht der Evolution interessant, da vielen Resistenzen eine Gen-für-Gen-Interaktion zu Grunde liegt. Bei dieser Interaktion wird von einem pflanzlichen Resistenzprotein ein pilzlicher Avirulenzfaktor erkannt. Daraufhin wird die Resistenzantwort in Gang gesetzt. Falls das Erbgut des Pilzes, das den Avirulenzfaktor codiert, zufällig während der Zellteilung durch einen kleinen Fehler verändert wird, bleibt auch die Resistenzreaktion aus. Das Ergebnis: Die Pflanze erkrankt an Mehltau. Da Pilze wie der Echte Mehltau aber in vielen verschiedenen ’Rassen’, so genannten Isolaten, vorkommen, bezieht sich die Reaktion immer nur spezifisch auf ein Isolat. Um zu überprüfen, gegen welche Isolate die in der Forschungsarbeit erzeugten Tomatenlinien resistent sind, wurden die Pflanzen für Tests nach Florida und eine Reihe europäischer Länder geschickt. Die Ergebnisse aus diesen Tests tragen dazu bei, in Zukunft erfolgreich Tomatensorten zu züchten, deren Resistenz der Pilz nicht oder nur schwer überwinden kann.

Dr. Marion Morgner | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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