Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Massnahmen gegen Abtrift und Abschwemmung von Pflanzenschutzmitteln - und was sie bringen

20.06.2001


Je mehr der Boden mit Pflanzenrückständen an der Oberfläche bedeckt ist, um so effektiver werden Oberflächenabfluss, Bodenerosion und der oberflächennahe Austrag von Pflanzenschutzmitteln reduziert. Ab einer Bodenbedeckung von mehr als 35 bis 40 Prozent ist ein wirksamer Bodenschutz bei Regenintensitäten von bis zu 15 Liter pro Quadratmeter und Stunde gegeben. 

Diese Erkenntnisse wurden in einem Forschungsvorhaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernaehrung (BLE) gewonnen, das am Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Hannover bearbeitet wurde. Die Ergebnisse der Abtriftuntersuchungen zeigten, dass die durch Abtrift entstehenden Einträge von Pflanzenschutzmitteln bzw. die davon möglicherweise ausgehenden Belastungen der Oberflächengewässer rückstandsanalytisch nicht mehr messbar sind. 

In keinem Fall wurde in den drei Versuchsjahren an den niedersächsischen Standorten ein durch direkte Abtrift verursachter Pflanzenschutzmittelrückstand im Wasser nachgewiesen. Bei der Rückstandsanalytik wurden von den 34 untersuchten Wirkstoffen nur drei Wirkstoffe in jeder Vegetationsperiode im Oberflächenwasser nachgewiesen. 

Hierzu wurde ein Jahr lang einmal pro Woche eine Wasserprobe genommen und eine Wasseranalytik vorgenommen. Bei den drei Wirkstoffen (Isoproturon, Ethofumesat, MCPA) handelt es sich um zwei Bodenherbizide und ein Wuchsstoff-Herbizid, von denen die beiden ersten auf einen nicht geschlossenen Pflanzenbestand aufgebracht wurden. Diese Wirkstoffe wurden nicht in allen Quartalen eines Jahres an jedem Standort gefunden. 

Daraus lässt sich folgern, dass die Anwendung eines Wirkstoffs unter extremen Standort- und Witterungsbedingungen nicht zwangsläufig zu Austrägen des Wirkstoffs ins Oberflächenwasser führt. 

Bei der Untersuchung zeigte sich, dass im Mittel aller Standorte über die Jahre lediglich 0,016 Prozent der ausgebrachten Pflanzenschutzmittelmenge in die Oberflächengewässer ausgetragen wurde. Der Austrag an den einzelnen Standorten variierte zwischen 0,0003 und 0,07 Prozent. Bei den Austrägen der Einzelwirkstoffe zeigte sich, dass trotz gleicher applizierter Wirkstoffmenge je Hektar in Abhängigkeit von Standort und Jahr unterschiedliche Menge an Wirkstoff ausgetragen wurde. 

Darüber hinaus ergaben die Untersuchungen, dass sich unter Praxisbedingungen weder an den Standorten in Niedersachsen noch in Baden-Württemberg die Pflanzenschutzmittel auf die Lebensgemeinschaften in den Gewässern auswirkten.

Dr. Marion Morgner | aid

Weitere Berichte zu: Abtrift Austrägen Massnahmen Pflanzenschutzmittel Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Sturmwarnung: 150 Jahre Schäden im Schweizer Wald
21.09.2016 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Das Rätsel der Monodominanz - Wie im Regenwald natürliche Monokulturen entstehen
06.09.2016 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Im Focus: Quantenboost für künstliche Intelligenz

Intelligente Maschinen, die selbständig lernen, gelten als Zukunftstrend. Forscher der Universität Innsbruck und des Joint Quantum Institute in Maryland, USA, loten nun in der Fachzeitschrift Physical Review Letters aus, wie Quantentechnologien dabei helfen können, die Methoden des maschinellen Lernens weiter zu verbessern.

In selbstfahrenden Autos, IBM's Watson oder Google's AlphaGo sind Computerprogramme am Werk, die aus Erfahrungen lernen können. Solche Maschinen werden im Zuge...

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Laser für Neurochirurgie und Biofabrikation - LaserForum 2016 thematisiert Medizintechnik

27.09.2016 | Veranstaltungen

Ist Vergessen die Zukunft?

27.09.2016 | Veranstaltungen

Von der Probe zum digitalen Modell - MikroskopieTrends ´16

26.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nanotechnologie für Energie-Materialien: Elektroden wie Blattadern

27.09.2016 | Physik Astronomie

Ultradünne Membranen aus Graphen

27.09.2016 | Physik Astronomie

Ein magnetischer Antrieb für Mikroroboter

27.09.2016 | Biowissenschaften Chemie