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Staatliche Technologieförderung für den Mittelstand stagniert

10.08.2004


Mit 237 Mio. Euro öffentlichen Mitteln unterstützte die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) im vergangenen Jahr Forschung und Entwicklung im Mittelstand. Optimierte Förderprogramme und herausragende Forschungsergebnisse aus fünf Jahrzehnten erfolgreicher AiF-Förderung stehen im Mittelpunkt ihres Jahresberichts 2003, den AiF-Präsident Johann Wilhelm Arntz im Berliner Wissenschaftsforum vorstellt. Er befürchtet aber, dass Löcher im Haushalt des Bundeswirtschaftsministeriums durch Einsparungen bei den Zukunftsinvestitionen für den Mittelstand gestopft werden.



Von den 237 Mio. Euro entfielen im Jahr 2003 134 Mio. Euro auf die von der AiF in Projektträgerschaft betreuten Programme zur Förderung firmenspezifischer Forschung und Entwicklung (FuE) in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Einen deutlichen Mittelzuwachs auf 5 Mio. Euro konnte allein das erst im Vorjahr 2002 begonnene Programm Netzwerkmanagement-Ost erreichen. Als Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) konnte sich die AiF gleich zweifach gegenüber anderen Bewerbern in europaweiten Ausschreibungen behaupten: Das Programm PRO INNO II, mit dessen Durchführung die AiF bis Ende 2008 betraut ist, soll KMU zu Forschungskooperationen untereinander und mit Forschungseinrichtungen im In- und Ausland anregen. Nach 9-monatiger Wartezeit ist PRO INNO II am 1. August 2004 gestartet, Nachfolger des Programms Innovationskompetenz mittelständischer Unternehmen. Bei der Suche nach ausländischen Kooperationspartnern unterstützt die AiF die Unternehmen mit dem "Netzwerk Internationale Technologiekooperation" (in-tec.net). Zu den zwölf bereits bestehenden Kontaktbüros der AiF in Ländern Mittel- und Osteuropas sind zwei Büros in China und eines in Indien hinzugekommen.



Mit mehr als 13 Mio. Euro öffentlicher Mittel unterstützte die AiF im Jahr 2003 die angewandte FuE an Fachhochschulen. Das Programm zur Förderung anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen (aFuE), das die AiF seit 1996 als Projektträger des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) betreut, hat im Januar 2004 einen neuen Namen erhalten: Angewandte Forschung an Fachhochschulen im Verbund mit der Wirtschaft - kurz: FH³. Die Förderung soll Fachhochschulen in die Lage versetzen, sich mit interdisziplinären und hochschulübergreifenden Projekten stärker an Forschungsverbünden mit Unternehmen zu beteiligen. Das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen hat die Zusammenarbeit für das von der AiF betreute Programm "Transferorientierte Forschung an Fachhochschulen" (TRAFO) für die Jahre 2004 bis 2006 verlängert.

90 Mio. Euro öffentliche Mittel flossen im Jahr 2003 für die vorwettbewerbliche industrielle Gemeinschaftsforschung. Damit fördert die AiF in Partnerschaft mit dem Bundeswirtschaftsministerium die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen und Technologiefelder. Da die staatlichen Mittel gegenüber dem im Bundeshaushalt ausgewiesenen Ansatz um 7 Mio. Euro gekürzt und zudem nur scheibchenweise freigegeben wurden, konnte dieses Förderinstrument nicht im notwendigen Umfang genutzt werden. Diese einschneidendste Kürzung seit 1997 hat dazu geführt, dass über 100 positiv begutachtete Forschungsvorhaben im vergangenen Jahr nicht starten konnten und als "Bugwelle" ins laufende Jahr übernommen werden mussten.

"Dabei steht die Industrielle Gemeinschaftsforschung finanziell jetzt noch schlechter da als im vergangenen Jahr", beklagt AiF-Präsident Arntz. "Von den im Haushalt des BMWA für 2004 angesetzten 97 Mio. Euro sind knapp 10 Mio. Euro gesperrt. Das bedeutet, dass jedes dritte neue, dringend benötigte Forschungsvorhaben nicht gefördert werden kann. Im Jahr der Technik und der Innovation wird die Industrielle Gemeinschaftsforschung so in ihrem Bestand gefährdet."

Seit 50 Jahren fördert die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) Forschung und Entwicklung zu Gunsten mittelständischer Unternehmen. Das industriegetragene Innovationsnetzwerk der AiF besteht aus über 100 industriellen Forschungsvereinigungen mit etwa 50.000 überwiegend mittelständischen Unternehmen und rund 700 eingebundenen Forschungsstellen.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

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