Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regenwald begünstigt Kaffeeumsätze

04.08.2004


Benachbarte Waldbienen helfen den Bauern



Regenwälder können den Ertrag von benachbarten Kaffeeplantagen erhöhen. Waldbienen befruchten die nahe gelegenen Büsche und steigern die Kaffeeerträge um bis zu 20 Prozent sowie die Einkommen der Bauern um bis zu sieben Prozent. Oft werden große Waldflächen abgeholzt, um Raum für die Kaffeeplantagen zu schaffen. Die Forscher von der Stanford Universität in Kalifornien hoffen nun, dass ihre Erkenntnisse die Kaffeebauern davon überzeugen, die tropischen Wälder neben ihren Anbaugebieten zu erhalten. "Der Schutz des Ökosystems bietet Vorteile für Artenvielfalt und Menschen", sagt Taylor Ricketts, der an der Studie mitgearbeitet hat.



Kaffee rangiert unter den fünf wertvollsten landwirtschaftlichen Exportgütern aus Entwicklungsländern. Etwa 25 Mio. Menschen sind weltweit in die Produktion involviert. Da die Pflanzen am besten in hoch gelegenen, feuchten Gebieten gedeihen, die auch das Kernstück des Regenwalds darstellen, sind die Standpunkte von Naturschützern auf der einen und Produzenten auf der anderen Seite festgefahren.

Ricketts´ Team hat eine Auswahl von Kaffeesträuchern untersucht, die auf der Finca Santa Fe, einer großen Kaffeefarm in Costa Rica wachsen, die direkt an den tropischen Regenwald grenzt. Der Wald beheimatet eine Mischung aus nicht-heimischen, wilden Honigbienen (Apis mellifera) und zehn Arten von eingeborenen Bienen (aus der Familie der Apidae Meliponinae). Der dort gezüchtete Kaffee (Arabica) kann sich selbst befruchten, aber die Forscher wollten herausfinden, ob zusätzliche Befruchtung durch benachbarte Bienen die Erträge steigern kann. Um die Effektivität der Bienen zu messen, haben sie getestet, ob durch Bienen befruchtete Sträucher mit durch händische Zugabe hoher Mengen an Pollen übersättigte Pflanzen gleichzogen.

Die händische Befruchtung der Sträucher erhöhte den Kaffeertrag um 20 Prozent, genauso wie die Befruchtung durch Bienen, was die Effizienz der Tiere widerspiegelt. Die Erträge waren aber nur erhöht, wenn sich die Sträucher im Umkreis von einem Kilometer rund um den Wald befanden. Waren die Pflanzen weiter entfernt, hatten die Bienen keinen Einfluss auf die Kaffeeerträge.

Die ökonomischen Vorteile einer solchen Befruchtung können sehr groß sein. Ricketts´ Team schätzt, dass die Erträge durch die Bienen bei 35 Hektar Wald zu einer Umsatzsteigerung um 60.000 Dollar pro Jahr beitragen. "Umweltschützer berufen sich oft auf die Services des Ökosystems als Berechtigung für den Schutz dieser Gebiete, aber es gibt nur wenige Beispiele, wo der Wert des Lebensraumes so klar demonstriert wird. Das ist eines davon", so die Umweltbiologin Claire Kremen von der Princeton Universität in New Jersey. Ricketts hofft derweil, seine Erkenntnisse um die Vorteile der Vernetzung von Landwirtschaft und Regenwald Umweltministern und Landschaftsgenossenschaften näherzubringen. Etwa zwei Drittel der Kulturpflanzen, die gegessen werden, sind teilweise von der Befruchtung durch Tiere abhängig. Daher ist es wahrscheinlich, dass andere landwirtschaftlichen Pflanzen, wie Wassermelonen und Sonnenblumen, auch von nahe gelegenen Einzugsgebieten der Artenvielfalt profitieren. "Solche Gebiete könnten auch natürliche Feinde gegen Pflanzenschädlinge beherbergen", so Kremen.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stanford.edu
http://www.princeton.edu

Weitere Berichte zu: Befruchtung Biene Ertrag Regenwald Sträucher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Software-App für optimale Düngergabe
09.11.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Win-Win-Situation Arznei- und Gewürzpflanzen + Bestäuber-Insekten
06.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie