Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Greenpeace plant europaweit einzigartiges Waldprojekt

12.06.2001

Die Umweltstiftung von Greenpeace will in Brandenburg ein europaweit einzigartiges Waldprojekt starten. Falls die Landesregierung kommende Woche der Übertragung von bundeseigenen Naturschutzflächen an die Stiftung zustimmt, wird im Biosphären-Reservat Schorfheide-Chorin nördlich von Berlin auf rund 3600 Hektar ein Waldgebiet entstehen, das international zum Modell für Urwaldschutz und ökologische Waldnutzung werden soll.

Die Umweltstiftung von Greenpeace will zwei Drittel des Gebietes naturnah nutzen, das heißt ohne Einsatz von Kahlschlag, Chemikalien und Großmaschinen. Die restlichen Waldflächen sollen sich ungenutzt als Urwald entwickeln. Alle Waldgebiete sollen für die Menschen der Region und auswärtige Besucher offen stehen. Durch Wanderungen, Lehrpfade und Umweltseminare soll der Wald allen Besuchern näher gebracht und erfahrbar gemacht werden.

"Der Greenpeace-Wald soll Maßstäbe für umweltfreundliche Waldnutzung setzen", sagte Martin Kaiser, Forstexperte von Greenpeace, heute auf einer Pressekonferenz in Joachimsthal. "Wir gehen davon aus, dass die Landesregierung uns die Möglichkeit gibt, die Bundesflächen zu erwerben und dieses Vorhaben zu verwirklichen."

Die Umweltstiftung von Greenpeace würde 3200 Hektar Flächen nahezu kostenlos erhalten und rund 400 Hektar dazu kaufen. Vom Holzverkauf erwartet die Stiftung einen Gewinn von jährlich rund 33.000 Mark, der wieder in das Waldprojekt investiert wird. Zusammen mit der Einrichtung eines Waldbetriebes rechnet die Stiftung mit eigenen Investitionen aus Spendengeldern in Höhe von zwei Millionen Mark. "Wir gehen gerne ein finanzielles Risiko für den Naturschutz ein", betonte Melanie Stöhr, Vorsitzende der Umweltstiftung von Greenpeace. "Wir werden beweisen, dass man mit ökologischer Waldnutzung auch ungenutzten Urwald mitfinanzieren kann."

Durch die Vergabe von Flächen an Stiftungen und Umweltverbände, wie sie der Bundestag gesetzlich vorgeschrieben hat, wird der Landeshaushalt von Investitionen und Unterhaltskosten in Millionenhöhe entlastet. Seit Jahren erwirtschaftet das Land bei der Waldnutzung in der Schorfheide Verluste. "Die Behauptung einiger Landespolitiker, Greenpeace wolle sich bereichern, ist absurd. Jede Mark fließt in das Waldprojekt zurück", so Melanie Stöhr.

Die Stiftung plant, im Waldbetrieb einen Förster, eine Bürokraft und drei Waldarbeiter einzustellen. Auch für Umweltbildung sollen mittelfristig Arbeitskräfte eingestellt werden. "Zukunftsfähige Waldkonzepte müssen auch Arbeitsplätze vor Ort schaffen", sagt Martin Kaiser. "In Privatwäldern wird meist nur mit billigen Unternehmern das Holz abgesägt, davon profitieren weder die Region noch die Natur." Die Greenpeace Umweltstiftung verspricht sich auch durch zahlreiche Besucher - darunter tausende Greenpeace-Förderer aus dem In- und Ausland - wirtschaftliche Impulse für die Region.

Martin Kaiser | ots
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de/stiftung

Weitere Berichte zu: Umweltstiftung Waldbetrieb Waldgebiet Waldnutzung Waldprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie