Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekt untersucht Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Gehölze

27.05.2004


Welche Risiken entstehen bei der Freisetzung gentechnisch veränderter Gehölze? Kann man das Auskreuzen von Transgenen vermeiden? Sollten diese Pflanzen steril, also unfruchtbar sein, wenn sie ins Freiland gebracht werden? Bleiben diese Sterilitätsfaktoren in Bäumen stabil? Kann man die Ausbreitung von Pollen im Freiland simulieren? Diesen Fragen gingen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem dreijährigen Verbundprojekt des Ministeriums für Umwelt-, Naturschutz und Landwirtschaft des Landes Schleswig-Holstein, des Umweltbundesamtes und des Bundesamtes für Naturschutz nach. Erstmals wurde am Beispiel von sechs Gehölzarten (Aspe, Lärche, Weißtanne, Nordmanntanne, Rhododendron und Rose) untersucht, wie das Risiko bei der Freisetzung genmanipulierter Gehölze reduziert werden kann.


Das Fazit der Fachleute: Werden gentechnisch veränderte Gehölze freigesetzt, muss mit einer Weitergabe der veränderten Eigenschaft über Pollen und Samen gerechnet werden. Die praktischen Experimente an nichttransgenen Rhododendren und Zitterpappeln ergaben, dass Pollen über 100 beziehungsweise mehr als 300 Meter transportiert wird. Zusätzliche Computersimulationen (Modellierungen) an Pappeln zeigten, dass es nahezu unmöglich ist, die Verbreitung genveränderter Pollen der Gehölze in einer realen Landschaft zu verhindern. Um das Verbreitungsrisiko zu reduzieren, kann es helfen, die Pflanzen genetisch zu sterilisieren. Allerdings ist bislang ungeklärt, ob die Sterilität dauerhaft ist oder ob sie wieder verschwinden kann. Während der Versuchsdauer wurden bei mehr als 1.000 Pflanzen keine eindeutigen Instabilitäten an den Modelltransgenen festgestellt. Sie blieben auch unter Temperatur- oder UV-Licht-Stress zumindest wäh-rend dieser drei Jahre erhalten. Da Gehölze sehr langlebig sind, sehen die Experten jedoch weiteren Forschungsbedarf. Ihr Ziel ist es, für eine wissenschaftlich fundierte Risikobewertung weitere und vor allem längerfristige Daten zu erheben.

Die Ergebnisse machen deutlich, wie aufwändig Experimente durchgeführt werden müssen, um sichere Aussagen zur Risikobewertung von genverändertem Material in Gehölzen zu erhalten. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller zieht das Fazit: "Wir stehen mit der Risikoforschung an transgenen Gehölzen erst am Anfang. Zu viele Fragen bei der Risikobewertung sind noch offen." Die Ergebnisse der Studie werden in Kürze im Internet www.umwelt.schleswig-holstein.de, Suchwort "Transgene Gehölze" oder unter www.umweltbundesamt.de sowie als Band einer Textreihe vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlicht.

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.landesregierung.schleswig-holstein.de
http://www.BfN.de
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Berichte zu: Freiland Freisetzung Gehölze Polle Risikobewertung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie