Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn die Gentechnik kommt...Stoppschild für Bienen?

28.04.2004


Pollenflug großes Problem bei der Honigherstellung


... mehr zu:
»Biene »Gentechnik »Honig »Imkern »Stoppschild

Honig ist süße Natur meinen die Deutschen und essen jährlich jede und jeder 1,3 Kilogramm. Rund 20 Prozent davon werden von einheimischen Bienen erzeugt. Nach Funden von antibiotischen Rückständen aus Pflanzenbehandlungsmitteln im Obstbau in den vergangenen Jahren und teilweise schlechten Testergebnissen im Warentest droht Honig und Imkern nun neue und zwar langfristige Gefahr. Bienen fragen nämlich nicht, ob die angeflogenen Rapsblüten oder der Mais zu einem Bio-Feld, einem konventionellen Feld ohne Gentechnik oder zu einem Schlag gehören, auf dem gentechnisch veränderte Pflanzen wachsen.

Seit dem 18.04.2004 gelten aber in der gesamten Europäischen Union Kennzeichnungsregeln für Gentechnik in Lebensmitteln. Bislang ist noch nicht geklärt, wie Honig, der Pollen-Anteile von Gentech-Pflanzen enthält, von diesen Regeln erfasst wird. Im Schnitt enthält Honig bis zu 0,05 Prozent Pollen. Sollte der Honig nicht kennzeichnungspflichtig werden, dann wüssten weder Imker noch Verbraucher, ob GVO-Material enthalten ist, so befürchtet die Verbraucherorganisation foodwatch. Importierter Honig stammte bisher zu einem Teil z.B. auch aus Kanada, wo inzwischen bis zu 40 Prozent des Rapses von GVO-Pflanzen stammt. Nach Untersuchungen des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Freiburg in den Jahren 2002 und 2003 betrug der GVO-Pollenanteil in kanadischen Honigprodukten über 30 Prozent. Die Reinheit von Honig steht also im direkten Zusammenhang mit dem Anbauumfang von Gentech-Pflanzen. Raps ist den Imkern in Deutschland im übrigen der größte Dorn im Auge, weil Raps über große Distanzen seine Pollen verbreitet und auskreuzt. Sie fordern daher ein Verbot von Gen-Raps in Deutschland. In Zukunft muss per Analyse geklärt werden, ob im Honig GVO-Pollen enthalten sind. Eine solche Untersuchung kostet nach Einschätzung des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes mindestens 300 Euro - wer sie bezahlen soll ist offen. Fällt der Labortest positiv aus, muss der Honig gekennzeichnet werden. Kaufen würde ihn dann erst mal niemand mehr. Wer für diesen Schaden aufkommt, ist genau so unklar.

Britta Klein | aid-PresseInfo
Weitere Informationen:
http://www.berufsimker.de
http://www.foodwatch.de
http://www.gentechnik-forum.de

Weitere Berichte zu: Biene Gentechnik Honig Imkern Stoppschild

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Lösungen für eine Ausweitung agroforstlicher Nutzungsformen
17.12.2014 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

nachricht Globale Initiative will Anpassung des Weizens an den Klimawandel vorantreiben
10.12.2014 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Jülicher Forscher leitet weltgrößte Supercomputing-Konferenz

22.12.2014 | Veranstaltungen

Was wird uns Europa bedeuten?

22.12.2014 | Veranstaltungen

Wertschöpfungskettenorientierte Entwicklung ländlicher Regionen in Osteuropa

22.12.2014 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Empfehlungen zur Bewertung eingeschleppter Arten

22.12.2014 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Neues Puzzleteil zum Verständnis von Hochtemperatursupraleitern

22.12.2014 | Physik Astronomie

Siemens integriert neue Stromversorgung in vernetzte Automatisierungsanwendungen

22.12.2014 | Energie und Elektrotechnik