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Netzwerk Forst und Holz Südwestfalen: erster Regional-Cluster in Deutschland

23.04.2004


Netzwerk Forst und Holz Südwestfalen: erster Regional-Cluster setzt Ergebnisse der Cluster-Studie Forst und Holz NRW um




Prof. Dr. Andreas Schulte, Leiter des Wald-Zentrums, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, referierte am 21. April anlässlich der Auftaktveranstaltung "Netzwerk Forst und Holz Südwestfalen" vor etwa 300 Zuhörern über die Bedeutung der Ergebnisse der Cluster-Studie Forst und Holz NRW für die Region Südwestfalen. Das "Netzwerk Forst und Holz Südwestfalen" ist der erste Regional-Cluster in Deutschland, der die Ergebnisse der Cluster-Studie auf lokaler Ebene umsetzt.



Regional-Cluster mit Modellcharakter

Im Netzwerk Forst und Holz Südwestfalen werden verschiedene Akteure der Forst- und Holzwirtschaft der südwestfälischen Kreise
Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Kreis Olpe, Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Soest vereint. Durch diese Bündelung können Synergien bestmöglich genutzt werden. Außerdem ermöglicht das gemeinsame Cluster-Management ein effektives Wirtschaften. So können die Netzwerkpartner eine optimale Aufstellung auf überregionalen und internationalen Märkten erreichen.

"Das Netzwerk Forst und Holz Südwestfalen hat für uns Modellcharakter, denn es ist der erste Regional-Cluster in Deutschland, in dem die Ergebnisse der Cluster-Studie Forst und Holz NRW auf lokaler Ebene umgesetzt werden", so Prof. Dr. Andreas Schulte, Leiter des Wald-Zentrums.

Ähnliche Aktivitäten eines Zusammenschlusses gibt es auch in anderen Regionen, so beispielsweise in der Eifel mit der "Sensibilisierungskampagne Eifel-Holz".

Bedeutende volkswirtschaftliche Größe der Forst- und Holzwirtschaft in NRW

Nach der Cluster-Studie Forst und Holz NRW, die Prof. Dr. Andreas Schulte in Kooperation mit dem HDH (Hauptverband der Deutschen Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie und verwandter Industriezweige) und anderen Unternehmen bereits 2001 / 2002 für die Landesregierung Nordrhein-Westfalens durchgeführt hat, verfügt die Forst- und Holzwirtschaft in Nordrhein-Westfalen mit über 250.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und 35 Mrd. Euro Umsatz im Jahr über eine enorme Bedeutung. Sie stellt traditionelle, als wirtschaftlich bedeutsam eingestufte Branchen des Landes wie die Textilindustrie, den Bergbau oder die chemische Industrie in den Schatten.

Deutschlandweite Cluster-Studie Forst und Holz

Allerdings bleibt diese wichtige, volkswirtschaftliche Bedeutung des Clusters Forst und Holz weitestgehend unbeachtet. Dies und die daraus resultierenden Nachteile für die Branche, beispielsweise bei der Vergabe von Fördermitteln, veranlasste das Wald-Zentrum und den HDH dazu, derzeit eine gemeinsame Studie zur Erstellung einer grundlegenden "Struktur- und Marktanalyse der Forstwirtschaft und der Holz verbrauchenden Industrie in Deutschland" durchzuführen.

Das Wald-Zentrum und der HDH fordern alle Interessierten auf, sich an der Cluster-Studie Deutschland zu beteiligen.

Für weiterführende Informationen zur Cluster-Studie Forst und Holz NRW sowie zur Cluster-Studie Forst und Holz Deutschland kontaktieren Sie bitte das Wald-Zentrum unter info@wald-zentrum.de oder unter 0251 / 83-30131.

Das Wald-Zentrum, Westfälische Wilhelms-Universität, in Kürze

Das Wald-Zentrum, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, wird gebildet aus dem Fachgebiet für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft im Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem Internationalen Institut für Wald und Holz NRW e. V. an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Inhaber des Lehrstuhls für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft ist Prof. Dr. Andreas Schulte. Vorrangiges Ziel ist es, den Studierenden der Landschaftsökologie, Geografie und Geoinformatik am Fachbereich Geowissenschaften einen Einblick in die nachhaltige Waldbewirtschaftung zu ermöglichen. Dazu werden grundlegende waldökologische sowie forst- und holzwirtschaftliche Themen zunächst in Vorlesungen vermittelt und anschließend das erlernte Wissen in der Praxis erprobt. Durch die interdisziplinäre Lehre soll das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Ansprüche von Natur- und Artenschützern auf der einen Seite und Waldbesitzern bzw. der Forstwirtschaft auf der anderen Seite gefördert werden.

Das Internationale Institut für Wald und Holz NRW wurde im Oktober 2003 auf Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als gemeinnütziger Verein gegründet. Es hat seinen Sitz an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Das Institut fungiert als eigenständige Einrichtung und arbeitet im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zusammen. Es ist nach § 32 Hochschulgesetz Nordrhein-Westfalen anerkanntes An-Institut dieser Hochschule und versteht sich als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis. Vorstandsvorsitzender ist Prof. Dr. Andreas Schulte.

Zu den Hauptaufgaben gehören die anwendungsbezogene, regional und international ausgerichtete Forschung und Beratung sowie die Fort- und Weiterbildung in allen Bereichen, die den Wald, die Forstwirtschaft und den Roh- und Werkstoff Holz betreffen.

Neben den vielfältigen Aufgaben in der Ausbildung von Studierenden des Wald-Zentrums haben sich bisher folgende Arbeitsschwerpunkte herausgebildet:

* Forst- und Naturschutzpolitik, multifunktionale Waldbewirtschaftung (insbesondere Erholungsnutzung im Wald), Waldnaturschutz und Nachhaltigkeitsevaluation von Forstwirtschaft (Kriterien und Indikatoren, Zertifizierung)
* Struktur- und Marktanalysen der Forstwirtschaft und Holz verbrauchenden Industrie (Cluster-Studien, Cluster-Management)
* Wald und Klimawandel (Kyoto-Prozess), Energiewälder, Energieholznutzung
* Waldökosystemforschung (Stoffhaushalt von Waldökosystemen, z. B. Kohlenstoff, Schwermetalle; Einfluss von Megaherbivoren auf die Wald¬entwicklung)
* Rehabilitation degradierter Waldökosysteme in verschiedenen Regionen der Welt: z. B. Südamerika und Südostasien
* Entwicklung eines modularen, vierdimensionalen Informationssystems Wald

Das Wald-Zentrum hat mit derzeit acht Mitarbeitern seine Arbeit im Januar 2004 aufgenommen.

Dorothe Tesch | idw
Weitere Informationen:
http://www.wald-zentrum.de

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