Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hessen streut zum Schutz der Wälder nur 20.000 t statt 52.000 t Kalk

31.03.2004


Naturkalk hilft dem Wald beim Überleben / Bundesweit über 300.000 t Naturkalk zur Waldstabilisierung eingesetzt

In Hessen gehen die Bodenschutzkalkungen seit Jahren drastisch zurück. Sie erreichen bei weitem nicht die für eine nachhaltige Forstwirtschaft notwendige Größe. Hessen hat rund 870.000 ha Wald. Unterstellt man einen versauerten Anteil von 60%, errechnet sich eine zu kalkende Fläche von etwa 520.000 ha. Bei einem angenommenen 10jährigen Turnus ergibt sich eine jährlich zu kalkende Fläche von 52.000 ha. Hierzu sind bei einer Standardaufwandmenge von 3 t/ha rund 156.000 t Kalk notwendig. Für 2004 sind aber weniger als 20.000 t ausgeschrieben," kritisierte der Leiter der Düngekalk-Hauptgemeinschaft, Joachim Pollehn, vor Journalisten im hessischen Spangenberg.

Zur Stabilisierung der Wälder, zum Schutz des Trinkwassers und zur Eindämmung der fortschreitenden Bodenversauerungen - bedingt durch zunehmende Schadstoffeinträge aus der Luft - reichten die derzeitigen Maßnahmen nicht aus. Nachhaltige Forstwirtschaft dürfe sich nicht nach der aktuellen Kassenlage richten. Vielmehr sei eine vorausschauende Politik zum Wohle nachfolgender Generationen erforderlich. Kontinuierliche Bodenschutzkalkungen blieben solange erforderlich, bis andere länderübergreifende Umweltschutzmaßnahmen spürbar greifen würden, fügte der Forstexperte hinzu.

Zum Hintergrund:

Im Forst wird kein gebrannter Kalk, sondern ausschließlich Kohlensaurer Magnesiumkalk eingesetzt. Dabei handelt es sich um gemahlenes Dolomitgestein mit wechselnden Anteilen an Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat in unterschiedlicher Korngröße. Die Kalkungsintensität in den Bundesländern ist höchst unterschiedlich. Der Jahresverbrauch in diesem ökologisch außerordentlich wichtigen Bereich beträgt etwa 330.000 t, mit seit Jahren deutlich sinkender Tendenz.

Alle Produkte der Kalkindustrie stammen aus natürlichen Lagerstätten. Beim Düngekalk hat sich dafür der Begriff NATURKALK eingebürgert. Düngekalk, der rechtlich der Düngemittelverordnung unterliegt, dient vor allem der Neutralisation von Säuren im Boden, gleich ob von außen eingetragen (Immissionen) oder im Boden selbst entstanden. Dies und die Abwehr von ständig neu hinzukommenden Säuren ist die Hauptaufgabe der Bodenschutzkalkung im Wald.

Insgesamt werden in Deutschland über 37 Millionen Tonnen Kalk- und Dolomitprodukte (gebrannt und ungebrannt) erzeugt. Der Hauptanteil geht in die Eisen- und Stahlindustrie, in den Umweltschutz sowie in die Bauindustrie und in das Baugewerbe. Nur ein kleiner Teil davon (ca. 5-7 %) ist Düngekalk.

Der Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen seiner mittelständisch strukturierten Mitgliedsfirmen. Der Bereich Land- und Forstwirtschaft wird von der Düngekalk-Hauptgemeinschaft betreut.



Pressekontakt:


Joachim Pollehn
Düngekalk-Hauptgemeinschaft
Annastraße 67-71

50968 Köln
Tel: 0221- 93 46 74 -30
Fax: 0221- 93 46 74- 14
E-Mail: pollehn@kalk.de

| ots
Weitere Informationen:
http://www.naturkalk.de

Weitere Berichte zu: Bodenschutzkalkung Düngekalk Forstwirtschaft Kalk Kalkindustrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften