Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen-Pflanzen erobern auch herkömmliche Saat

24.02.2004


Forscher warnen vor Kontamination von Lebensmitteln



Amerikanische Forscher warnen vor großen gesundheitlichen Schäden durch genetisch veränderte Nutzpflanzen. In Untersuchungen konnten die Forscher nämlich Spuren von Gentechnologie in herkömmlichen Nahrungsmitteln nachweisen, die eigentlich frei von Gentech hätten sein sollen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

... mehr zu:
»DNA-Sequenzen »Gen-Pflanzen »Samen


"Wir haben DNA-Sequenzen von verschiedenen gentechnisch veränderten Pflanzen in traditionellen Sorten gefunden", berichtet die Mikrobiologin Margaret Mellon, die die Studie im Auftrag der Union for Concerned Scientists durchführte. Die Forscher warnen in diesem Zusammenhang besonders vor Gefahren, die von so genannten "Pharm-Crops", das sind Pflanzen, die industrielle Chemikalien und Medikamente liefern sollen, ausgehen. Diese können nach Ansicht von Mellon bereits heute in herkömmlichen Nahrungsmitteln wie etwa Corn-flakes oder Mehl vorhanden sein. In verschiedenen Versuchen wurden Pflanzen genetisch so verändert, dass sie Proteine zur Wundheilung, zur Behandlung von Leberzirrhose und Anämie liefern. Auch Antikörper für die Krebsbehandlung, Vakzine gegen Cholera, Tollwut sowie Maul- und Klauenseuche werden von Gentech-Pflanzen geliefert. "Gesetze schützen Bürger davor, dass konventionell hergestellte Medikamente oder Bestandteile zur Herstellung von medizinischen Präparaten in die menschliche Nahrungskette gelangen", argumentiert die Studie. Eine solche Sicherheit gebe es bei genetisch veränderten Pflanzen aber nicht. "Es gibt keine Kontrolle zur Verhinderung der Ausbreitung von DNA-Sequenzen bei Pharm-Crops", berichten die Forscher.

Die Studie stützt sich dabei auf Untersuchungen durch zwei Labors, die drei herkömmliche Maissorten, Sojabohnen und Raps nach spezifischen DNA-Sequenzen untersuchten, die in genetisch veränderten Sorten Verwendung finden. Die Labors bestätigten, dass sämtliche untersuchten Pflanzen deutliche Spuren von genetisch veränderten Arten enthielten. Die Studienautoren geben zu, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass die untersuchten herkömmlichen Nahrungspflanzen deshalb gefährlich sind. Sie geben aber zu bedenken, dass die Gen-Pflanzen in der zweiten Generation möglicherweise gefährlich sind. "Kontaminierte Samen sind eine Hintertür der Nahrungskette", so Mellon, die den Zustand alarmierend findet, dass es bereits Pflanzen geben könnte, die mit Pharm-Crops verunreinigt sind. "Der Ansatzpunkt ist deshalb neu, da die meisten Studien von einer Kreuzung genetisch veränderter Samen mit herkömmlichen ausgegangen sind", argumentieren die Experten. Die Autoren nehmen aber nun an, dass die Kontamination bei den Herstellern und Vertreibern passiert: Dort werden Samen gemischt oder kommen miteinander in Berührung.

Bisher wurden keine Pflanzen gefunden, die tatsächlich mit "Pharm-Crops" verunreinigt waren. Tests, die solche kontaminierten Samen finden, gibt es bis jetzt noch nicht, berichten die Forscher.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com
http://www.ucsusa.org

Weitere Berichte zu: DNA-Sequenzen Gen-Pflanzen Samen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Minister schickt 250 Jungstöre in Geesthacht auf die Reise
20.04.2015 | Forschungsverbund Berlin e.V.

nachricht Regenwaldschutz funktioniert wie Tempokontrollen
16.04.2015 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Schaltelemente basierend auf elektronischer Selbstorganisation: Orbitronics

Ein internationales Team von Wissenschaftlern aus Dresden, Hamburg, Lausanne und Urbana-Champaign hat, geleitet von einer Gruppe des IFW Dresden, ein neues Konzept für ultra-schnelle elektronische Schaltelemente entwickelt.

Wie die Forscher in der jüngsten Ausgabe von Nature Physics berichten, tritt in dem Material Tantaldisulfid spontan eine bisher unbekannte Texturierung...

Im Focus: On the trail of a trace gas

Max Planck researcher Buhalqem Mamtimin determines how much nitrogen oxide is released into the atmosphere from agriculturally used oases.

In order to make statements about current and future air pollution, scientists use models which simulate the Earth’s atmosphere. A lot of information such as...

Im Focus: Get flexible – get lighter – get smarter – Innovative Materialien für Zukunftsprodukte

Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC aus Würzburg stellt auf der IDTechEx in Berlin vom 28. bis 29. April 2015 neue, multifunktionale Materialien vor, mit denen sich innovative Anwendungen und Produkte realisieren lassen. Arbeitsschwerpunkte sind Barrierematerialien, gedruckte Elektronik, elektrochrome Folien sowie Smart Materials. Sie bedienen die Trends in Industrie und Design zu immer flexibleren, leichteren und intelligenteren Produkten. Das Fraunhofer ISC ist am Stand F17 im Convention Center und Hotel Estrel zu finden.

Präsentiert werden beispielsweise innovative Verkapselungsfolien, die das Fraunhofer ISC zusammen mit dem Fraunhofer IVV entwickelt hat. Die kostengünstig im...

Im Focus: Advances in Molecular Electronics: Lights On – Molecule On

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) and the University of Konstanz are working on storing and processing information on the level of single molecules to create the smallest possible components that will combine autonomously to form a circuit. As recently reported in the academic journal Advanced Science, the researchers can switch on the current flow through a single molecule for the first time with the help of light.

Dr. Artur Erbe, physicist at the HZDR, is convinced that in the future molecular electronics will open the door for novel and increasingly smaller – while also...

Im Focus: Fortschritt für die molekulare Elektronik: Licht an – Molekül an

Mit einzelnen Molekülen Informationen zu speichern und verarbeiten, um daraus kleinstmögliche Bausteine zu entwickeln, die sich selbstständig zu einem Schaltkreis zusammensetzen – daran arbeiten Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und der Universität Konstanz. Wie sie nun in der Fachzeitschrift „Advanced Science“ berichten, konnten sie erstmalig den Stromfluss durch ein einzelnes Molekül mit Hilfe von Licht einschalten.

Die molekulare Elektronik wird zukünftig ein Fenster hin zu neuartigen und immer noch kleineren und zugleich energieeffizienten Bauelementen oder Sensoren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Digitale Revolution in der Wissenschaft

21.04.2015 | Veranstaltungen

Zurück zu den Wurzeln – größte nationale Tagung für Nuklearmedizin in Hannover

20.04.2015 | Veranstaltungen

DFG-UNU-Konferenz in New York: Wie kann Wissenschaft zur globalen Nachhaltigkeit beitragen?

20.04.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum manche Nervenzellen den Zellkörper „auslagern“

21.04.2015 | Biowissenschaften Chemie

Wie entstehen Metastasen?

21.04.2015 | Biowissenschaften Chemie

Nomadenleben schützt Artenvielfalt - Studie zur Auswirkung des nomadischen Lebens in der Mongolei

21.04.2015 | Studien Analysen