Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auswirkungen der Bewirtschaftungsform und Düngung auf Dauergrünland untersucht

21.01.2004


Im Rahmen eines Forschungsprojektes auf dem Versuchsgut Karkendamm der Universität Kiel wurden die Auswirkungen unterschiedlicher Bewirtschaftungsmaßnahmen auf die biologische Vielfalt, die Produktivität, die Futterqualität und die Stickstoff(N)-Bilanz auf Dauergrünland untersucht.



Der Versuch umfasste die fünf Nutzungsformen Umtriebsweide, Mähweide, Mähweide mit Silageschnitten, 4-Schnitt-Nutzung und simulierte Weide (Simulation der Weidenutzung durch häufige Schnittnutzung). Die Stickstoffdüngung variierte zwischen 0 bis 300 kg N/ha mineralische Düngung und 0 bzw. 20 m3 Gülle/ha). Die Stickstoffdüngung und höhere Beweidungsintensität hatten negative Auswirkungen auf den Kleeanteil und die Stickstofffixierung. Die Effizienz der mineralischen Düngung war in kleereichen Beständen geringer als auf kleearmen, intensiv beweideten Flächen. Eine 2-Schnitt-Nutzung steigerte die Produktivität der Umtriebsweide deutlich. Ökonomisch sinnvoll war eine Erhöhung der Stickstoffdüngung nur bei den Varianten Mähweide und 4-Schnitt-Nutzung. Die Variante "Simulation der Weidenutzung" erwies sich als ungeeignet, um Stickstoff-Flüsse auf beweideten Grünlandsystemen zu untersuchen. Der Stickstoffaustrag im Sickerwasser bei Weiden und Mähweiden war selbst in ungedüngten Varianten im kritischen Bereich des EU-Trinkwassergrenzwertes. Nur in der Variante mit ausschließlicher Schnittnutzung traten bei einer Düngung von 210 bis 230 kg N/ha keine Sickerwasserverluste auf. Der Einfluss der Nutzungssysteme auf die botanische Vielfalt war ersichtlich aber statistisch nicht signifikant.



Die Versuche zeigten, dass Stickstoffüberschüsse auf Grünland durch eine veränderte Bewirtschaftung reduziert werden können. Eine leistungsfähige und gleichzeitig umweltverträgliche Milchproduktion ist durch eine Verringerung der Stickstoff-Intensität, eine Reduktion des Dauergrünlandes und Ausdehnung des Maisanbaus erreichbar. In einer weiteren Arbeit wurden die Nitratauswaschung unter Dauergrünlandsystemen und Silomaismonokulturen verglichen. Daraus ergab sich, dass eine Grundwasserschonende Weidewirtschaft mit einer Verringerung der Stickstoffdüngungsintensität und periodischen Schnittnutzungen erreichbar ist. Mit Silomais ist auf Sandstandorten Nordwestdeutschlands eine hohe Produktivität bei gleichzeitig niedrigen Nitratauswaschungsverlusten möglich. Insbesondere die Verwendung von Untersaaten wirkte sich günstig auf die Verringerung der Nitratverluste aus.

Martina Mamedi | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht „Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern
20.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise