Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Radar auf dem Acker - neue Sensoren für die Fernerkundung in der Landwirtschaft

13.11.2003


Als Fernerkundung bezeichnet man die Beobachtung von Objekten auf der Erdoberfläche mittels Fluggeräten oder Satelliten. In der Landwirtschaft wird dies genutzt, um Felder zu vermessen, Böden zu klassifizieren, Landnutzung durch verschiedene Kulturpflanzen zu bestimmen und neuerdings auch, um Informationen zur besseren Anpassung der Aufwandmengen an Düngern und Pflanzenschutzmitteln an den tatsächlichen Bedarf zu bekommen.



Alle Vorteile, die Fernerkundung der Landwirtschaft bringen kann, sind jedoch rasch zunichte, wenn Wolken oder Dunst die freie Sicht auf die Erdoberfläche be- oder gar verhindern. Dies gilt insbesondere beim Einsatz der Fernerkundung zur Steuerung und Kontrolle von Maßnahmen im Pflanzenbau, wo für einen sinnvollen Einsatz einwandfreie Aufnahmen der Felder im Zeitraum Mai bis Juni mindestens einmal wöchentlich zur Verfügung stehen müssen. In Norddeutschland z.B. sind weniger als 10% der verfügbaren Fernerkundungsaufnahmen wolkenfrei. Im Gegensatz zur elektromagnetischen Strahlung ("farbiges Licht"), welche für das menschliche Auge sichtbar ist, sind Radarwellen ("Mikrowellen") unsichtbar, haben jedoch den Vorteil, dass sie von Wolken und Dunst kaum beeinträchtigt werden. Die Betreiber von Satelliten hoffen, durch die dann häufiger verfügbaren Aufnahmen mit freier Sicht zur Erdoberfläche, erheblich mehr Nutzer in der Landwirtschaft mobilisieren zu können.



Wissenschaftler/Innen des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) haben, gemeinsam mit der INFOTERRA GmbH in Friedrichshafen, einem der weltweit führenden Anbieter von Geoinformationsprodukten und -dienstleistungen, über zwei Jahre hinweg die Eignung der Fernerkundung mit Radarsensoren für die Bestandesführung am Beispiel von Winterweizen in Mecklenburg-Vorpommern untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die mit Radarsensoren aufgenommenen Bilder bei entsprechender Verarbeitung den gleichen Informationsgehalt aufweisen, wie Aufnahmen im sichtbaren Bereich des Spektrums. Durch die höhere Verfügbarkeit ergibt sich damit ein Vorteil für die Fernerkundung mit Radar. Erschwerend bei der Interpretation von Radaraufnahmen ist jedoch, dass Assoziationen, wie sie bei Bildern im sichtbaren Bereich des Spektrums existieren (z.B. dunkelgrün = kein akuter Mangel an Wachstumsfaktoren, hellgrün bis gelb = Mangel an einem oder mehreren Wachstumsfaktoren) fehlen.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
Tel: 0531 596 2104
E-Mail: ewald.schnug@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de

Weitere Berichte zu: Erdoberfläche Fernerkundung Radar Radarsensoren Satellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kaskadennutzung auch bei Holz positiv
11.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit