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Obstkonservierung durch natürlichen Abwehrmechanismus

04.11.2003


Resveratrol ist eine chemische Substanz, die von vielen Pflanzen abgesondert wird und zu ihrem Abwehrmechanismus gehört. Im Projekt "FRUTA FRESCA" wird diese Substanz als natürliches Pestizid zur Konservierung von Obst genutzt.


Die meisten Obstsorten werden innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne angebaut und geerntet. Der Markt indessen fordert eine möglichst lange Verfügbarkeit von Obst. Deshalb muss das Obst haltbar gemacht und für eine gewisse Zeit gelagert werden, bevor es auf den Markt kommt. Herkömmliche Konservierungstechniken bestehen in einer Lagerung unter kontrollierten klimatischen Bedingungen sowie in der Behandlung mit synthetischen Pestiziden. Dennoch kommt es bei einem beträchtlichem Anteil dieses Obstes zu Fäulnisbefall, so dass dieses Obst nicht mehr verkäuflich ist.

Im Projekt "FRUTA FRESCA" wird nun eine revolutionäre Lösung für die Haltbarmachung von Obst vorgeschlagen. Es basiert auf Substanzen, die vom natürlichen Abwehrsystem der Pflanze selbst abgesondert werden. Eine dieser Substanzen ist Resveratrol, eine in vielen Pflanzen natürlich vorkommende Phenolverbindung. Es wurde beobachtet, dass sich insbesondere in Weintrauben die Resveratrolkonzentration bei Pathogenattacken verändert. Eine systematische Beobachtung, die bei unterschiedlichen Infektionen durchgeführt wurde, führte zu der Erkenntnis, dass Resveratrol bei infektiösen Attacken der wirksamste Abwehrmechanismus von Weintrauben ist.


Diese eindeutige Korrelation zwischen dem Resveratrolgehalt und dem Gesundheitszustand der Trauben veranlasste das Forschungsteam, die exogene Verabreichung von Resveratrol als Verfahren zur Haltbarmachung von Weintrauben und anderen Obstsorten zu erproben. Wie sich dabei zeigte, ist Resveratrol ausgezeichnet als natürliches Pestizid geeignet. Obst, das mit Resveratrol behandelt wurde, blieb mindestens doppelt so lange unbeeinträchtigt, unverdorben und undehydriert wie nicht behandeltes.

Resveratrol zeichnet sich im Vergleich zum synthetischen chemischen Pestizid herkömmlicher Art durch bedeutende Vorteile aus. Es führt nicht nur zu exzellenten Konservierungsergebnissen, sondern ist auch ein reines Naturprodukt, dessen Einsatz als Pestizid mit keinerlei Nebenwirkungen verbunden ist. Im Gegenteil: In etlichen Studien wurden signifikante Antioxidationseigenschaften von Resveratrol nachgewiesen, die auch für die Behandlung von verschiedenen Krankheiten beim Menschen - beispielsweise Hautinfektionen, Herzproblemen und Krebs - genutzt werden könnten.

Kontakt:

Professor Ángel González-Ureña
Instituto Pluridisciplinar
Juan XXIII-1, 28040 Madrid, Spanien
Tel: +34-91-39432-60, Fax: -65
Email: laseres@pluri.ucm.es

Angel Gonzelez-Urena | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ucm.es/info/ip/ulhm.htm

Weitere Berichte zu: Abwehrmechanismus Haltbarmachung Pestizid Resveratrol Weintraube

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