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Zukunftssicherung für die industrielle Fischerei in Europa

08.10.2003


Die industrielle Fischerei in Europa leistet einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Wirtschaft und zum europäischen Arbeitsmarkt. Deshalb hat sich eine koordinierte europäische Forschung gezielt mit der Frage auseinandergesetzt, wie das Management der Ressourcen dieser Schlüsselindustrie verbessert werden kann.


Die Fischerei bildet für viele Europäer einen wichtigen Teil ihres Lebens. Dieser Teil wird jedoch in letzter Zeit durch Überfischung bedroht. Die gemeinsame Fischereipolitik der EU ist die politische Grundlage europaweiter Bemühungen um den Schutz dieses Industriezweiges. Ein bedeutender Beitrag hierzu stammt von Wissenschaftlern, die sich mit der Entwicklung geeigneter Hilfsmittel zum Aufspüren der Stärken und Schwächen des gegenwärtigen Systems beschäftigen. Diese Informationen können beim Treffen politischer Entscheidungen helfen, deren Ziel die Gewährleistung der gebotenen Nachhaltigkeit ist.

Die Analyse der Eingangsgrößen (also die Qualität und Quantität der Fischbestände) und der Ausgangsgrößen, also der Menge der von den Fischern in jedem Jahr angelandeten Fänge, ist eine komplizierte Aufgabe. Zwischen den Variablen, die die Ein- und Ausgangsgrößen des Systems definieren, bestehen nämlich nichtlineare Zusammenhänge. Doch damit nicht genug: Unvollständige oder gar vorsätzlich gefälschte Meldungen über die Größe der Fänge gestalten das Problem noch komplexer. Die Herausforderung besteht darin, den Betrag und die Verteilung der Effizienz der Fischereiflotte möglichst genau abzuschätzen.


Im Rahmen des Projekts TEMEC brachten die Wissenschaftler fortschrittliche analytische Verfahren zur Anwendung, um dieses Problem zu lösen. Konkret wurden die Verfahren SPF (Stochastic Production Frontier) und DEA (Data Envelopment Analysis) angewandt. Überdies wurde neue Software entwickelt, wenn die vorhandenen Modelle den nötigen Anforderungen nicht genügten.

Wie sich herausstellte, lieferten Programmläufe mit mehreren Ausgangsgrößen weitaus bessere Ergebnisse als Iterationen von Modellen mit nur einer Ausgangsgröße. Diesem Ergebnis kommt besondere Bedeutung zu, wenn es darum geht, diejenigen Maßnahmen zu finden, die sich für die Optimierung der Flotteneffizienz und des Flottenmanagements am besten eignen. Die Anwendung des DEA-Verfahrens erwies sich als besonders nützlich für die Ermittlung der Effizienzverteilung zwischen den einzelnen Flotten und Regionen.

Eine Trendanalyse der Effizienz ist jetzt ebenfalls möglich. Dies gestattet eine Abschätzung der Wirksamkeit politischer Maßnahmen nach deren Implementierung. Anhand der Ergebnisse könnten die politischen Entscheidungsträger unwirksame Maßnahmen in geeigneter Weise modifizieren. Diese Vorgehensweise ist auch für die Außerdienststellung älterer Schiffe von Bedeutung. Im Hinblick auf die Fälschung von Daten stießen die Projektpartner auf mehrere Randbedingungen, die zum Fälschen motivieren könnten. Diese können künftig vermieden werden.

Die neuen Kenntnisse und die verschiedenen Hilfsmittel wurden auf mehrere wichtige Fischereizonen in ganz Europa angewandt, darunter die Nordsee, der Ärmelkanal und das Mittelmeer. Es wurden konkrete Empfehlungen zur Steigerung der Effizienz der in diesen Gebieten operierenden Fangflotten ausgesprochen. Diese Arbeit ist ein konstruktiver Beitrag zur politischen Entscheidungsfindung in Europa und zur Erhaltung einer wichtigen natürlichen Ressource.

Kontaktangaben

Dr. Sean Pascoe
Univeristy of Portsmouth
Locksway Road
PO4 8JF, Southsea, United Kingdom
Tel: +44-23-92844-242, Fax: -037
Email: sean.pascoe@port.ac.uk

Dr. Sean Pascoe | ctm
Weitere Informationen:
http://www.port.ac.uk/departments/economics/cemare

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