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PHOCUS: Wirksame Waffe gegen Matsucoccus

30.09.2003


Kiefern zählen in vielen südlichen Mittelmeerländern zu den wichtigsten Einkommensquellen. Daher ist der Schutz von Kiefernwäldern gegen Schädlingsbefall auch eine sehr wichtige Investition zur Einkommenssicherung dieser Länder.



Insekten, die die Kiefern und Zitrusbäume in der gesamten Mittelmeerregion schädigen, sind ein chronisches Problem, für das es bislang keine brauchbare Lösung gab. Schon viele Pestizideinsätze haben sich als unwirksam erwiesen, was für die Wissenschaftler ein guter Grund war, sich auf die Suche nach einer besseren Lösung zu begeben. Wie so oft, fanden sie mögliche Antworten auf die drängenden Fragen in der Art und Weise, wie sich die Natur selbst hilft. In diesem Fall lag die Antwort in der natürlichen sexuellen Anziehungskraft.



Im Rahmen des Projekts PHOCUS führten mehrere EU-Länder Studien über natürliche Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingsbefall bei Kiefern durch. In diesen Studien, in denen mit Kairomonen, Pheromonen und natürlichen Feinden experimentiert wurde, wurde versucht, ein möglichst wirksames Verfahren zur Schädlingsbekämpfung zu finden.

In einigen Studien erwies sich die Verwendung von Pheromonfallen zum Anlocken männlicher Insekten als unzureichend für die Bekämpfung eines Schädlingsbefalls mit hoher Larvendichte. Studien, die in Zitrusfruchtplantagen durchgeführt wurden, machten deutlich, dass die Aufstellung vieler Pheromon-Lockstofffallen sogar noch stärkeren Schädlingsbefall zur Folge hatte, da männliche Schmierläuse, die den Fallen entgingen, anscheinend auf das Defizit in den männlichen Populationen reagierten. In anderen Studien wurde erkennbar, dass Pheromonfallen allein keine echten Vorteile brachten.

Weitere Untersuchungen zum Einsatz von Kairomonen hatten mehr Erfolg. Kairomonfallen werden zum Anlocken natürlicher Feinde eingesetzt . In Experimenten, die auf Korsika und in Portugal mit Kairomonfallen durchgeführt wurden, stellte sich heraus, dass dieses Verfahren die biologische Bekämpfung invasiver Schädlinge deutlich verbessert. Als ein Vorteil von Kairomon erwies sich die Langzeitwirkung dieser Substanz, denn natürliche Feinde neigten dazu, auch noch lange nach Entfernen der Fallen in der Region zu verbleiben.

Daraus ergibt sich die Folgerung, dass eine sorgfältig ausgewogene Kombination aus Kairomonen, Pheromonen und chemischen Behandlungen wahrscheinlich die besten Ergebnisse liefern wird. Das mit dem PHOCUS-Projekt verfolgte Ziel, ökologisch unbedenkliche Verfahren zur Eindämmung von Schädlingsbefall zu finden, wurde zwar erreicht, doch insgesamt sind noch langfristigere Studien nötig, um das volle Potenzial dieser Ergebnisse bewerten zu können und ein genaueres Bild vom Einsatz natürlicher chemischer Substanzen zu gewinnen.

Kontakt

JACTEL, Herve

INRA
Entomologie forestiere
69 rte d’Arcachon
BP 33612
Cestas
FRANCE
Tel: +33-5-57122859
Email: jactel@pierroton.inra.fr

| ctm
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/fep-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=120172003-9-30&DOC=5&TBL=DE_OFFR&RCN=EN_RCN:1236&CALLER=OFFR_O_SCIE_DE

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