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Biologische Bekämpfung von Pflanzenschädlingen

15.08.2003


In warmen Jahren vermehren sich auf Porree und Zwiebeln die nur zwei Millimeter großen Thripse hervorragend. Ernteverluste sind dadurch vorprogrammiert. Ein neues Verfahren der biologischen Bekämpfung könnte die Lösung des Problems, zumindest für den Gärtner sein. In Versuchen der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Darmstadt (BBA) konnten die schädlichen Insekten biologisch besser bekämpft werden als mit chemischen Mitteln. Thripse kennt jeder. Sie werden demnächst wieder als Gewittertierchen lästig.


Der Gebänderte Gewächshausthrips Parthenothrips dracenae



In der heißesten Zeit des Jahres, besonders an schwülwarmen Tagen, sind Thripse gut bekannt, obwohl viele ihren richtigen Namen nicht kennen. Die kleinen Insekten werden von Zoologen als Fransenflügler bezeichnet, wegen ihrer besonders geformten Flügel. Aufgrund der großen Blasen an den Füßen heißen sie auch Blasenfüßler. Aktiv fliegen können sie kaum, aber sie werden vom Wind verdriftet, haften auf Kleidung und Haut und sind gut sichtbar als kleines Komma auf der Haut, wo sie auch einen leichten Juckreiz verursachen.

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"Den Gärtner juckt es beträchtlich, wenn Thripse sich auf seinem Porree oder an den Alpenveilchen vermehren und dabei Blätter und Blüten beschädigen," sagt Dr. Kerstin Jung vom BBA-Institut für biologischen Pflanzenschutz in Darmstadt. Wirtschaftliche Bedeutung haben vor allen Dingen zwei verschiedene Thripsarten, der Tabak- oder Zwiebelthrips, Thrips tabaci, und der Kalifornische Blütenthrips, Frankliniella occidentalis. Der erste tritt vor allem im Freiland auf, der andere mehr im Gewächshaus.

Durch ihre versteckte Lebensweise, tief in Blüten oder Blattscheiden, sind Thripse nur schwer zu bekämpfen. Daher ist auch die Wirkung chemischer Pflanzenschutzmittel unbefriedigend. In der Biologischen Bundesanstalt wird daher nach effektiven und umweltverträglichen Bekämpfungsalternativen gesucht.

Versuche zeigen bislang, dass eine Kombination von Pilzen und Fadenwürmern, die die kleinen Thripse befallen, am besten wirken. Selbst in diesem Jahrhundertsommer konnten in einem Freilandversuch an Sommerzwiebeln nach viermaliger Behandlung im wöchentlichen Abstand eine Befallshäufigkeit von nur 49 bzw. 38 % festgestellt werden. Wurden die Pilze oder die Fadenwürmer alleine eingesetzt, war der Befall mit 69 bis 80 % gleich hoch wie bei der chemischen Behandlung (69 %). In der unbehandelten Kontrolle betrug der Befall 93 %.

Bei dem Projekt in der Biologischen Bundesanstalt soll die Methode entwickelt und optimiert werden. Diese Art der Bekämpfung eignet sich sowohl für den herkömmlichen Gärtner als auch für den ökologischen Landbau. (BBA)

Dr. P. W. Wohlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.bba.de/mitteil/presse/030814_02.htm

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