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Studie: Verbesserte Haltungsbedingungen beeinflusst Gesundheit der Tiere

30.07.2003


Milchfieber, Gebärmutterentzündung oder Milchmangel (MMA-Komplex) können in manchen Betrieben mehr als die Hälfte der Sauen betreffen. Neben infektiösen Krankheitserregern spielen Fütterung und Haltung sowie Veranlagung und andere einzeltierspezifische Ursachen eine entscheidende Rolle.

Im Fachgebiet Tierhaltung und Haltungsbiologie der Universität Gießen wurden über 1400 Abferkelungen unterschiedlicher Haltungssysteme ausgewertet. Sauen mit MMA hatten eher verlängerte Tragezeiten und im Verlauf der Geburt traten mehr Geburtsstockungen auf. Bewegungsarm in Einzelständen aufgestallte Sauen erkrankten zu 24 % an MMA gegenüber 16,9 % der Sauen in Gruppenhaltung, bei denen die Geburt auch zügiger verlief.

Fehlende oder mangelhafte Desinfektion in den Abferkelställen erhöhte die MMA Häufigkeit. Sauen, die ungünstigen Stallbedingungen ausgesetzt waren (Zugluft, unmittelbare Nähe von Ventilatoren, Aufliegen des Hinterteils auf einem Gussrost), erkrankten doppelt so häufig wie ihre begünstigteren Stallgefährtinnen. Die Ferkelverluste bei MMA lagen um fast 4 % höher als bei gesunden, außerdem entwickelten sich die Ferkel weniger gut und die Sauen selbst verloren bis zum 3. Tag nach der Geburt stärker an Gewicht; dies wurde möglicherweise durch geringere Futteraufnahme wegen des gestörten Allgemeinbefindens verursacht.

Da Jungsauen, unabhängig vom Haltungssystem, häufiger erkrankten als Altsauen, wird empfohlen, sie früh mit älteren Tieren in Kontakt zu bringen, damit sie besser an das stallspezifische Keimklima angepasst werden und mit ihrem Kolostrum auch mehr Immunität an die Ferkel übertragen können. Um das MMA-Risiko durch verlängerte Tragezeiten einzuschränken, kann die Geburtseinleitung für Jungsauen am 114. und für Altsauen am 115. Trächtigkeitstag angezeigt sein. Unerlässlich ist die Messung der Rektaltemperatur der Sau unmittelbar nach der Geburt und an den folgenden zwei bis drei Tagen, um gegebenenfalls eine Therapie einleiten zu können.

Dr. Sigrid Baars | aid informationsdienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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