Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit neuen Grenzwerten die Belastung der Ackerböden verringern

10.07.2003


Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat sich dafür ausgesprochen, Abfälle auch künftig getrennt zu sammeln. "Voraussetzung für die Gewinnung hochwertiger Recyclingprodukte ist die getrennte Erfassung der Wertstoffe. Die neu entstehenden Produkte werden so weitgehend frei von Schadstoffen sein", sagte Trittin heute auf einer abfallwirtschaftlichen Tagung in Witzenhausen.

Die nordhessische Stadt hatte vor 20 Jahren als erste deutsche Kommune flächendeckend die Biotonne eingeführt, um biologische Abfälle getrennt zu sammeln und zu kompostieren. "Bei der Kompostierung gehört allein den getrennt erfassten Bioabfällen die Zukunft", so Trittin.

Wurden im Jahre 1985 in Deutschland nur 100.000 Tonnen Bioabfälle kompostiert, so sind dies heute bereits 7-8 Millionen Tonnen jährlich. Kompost aus getrennt gesammelten Biomüll hat bis zu 90 Prozent weniger Schadstoffe als Komposte, die aus Mischmüll hergestellt werden. Demgegenüber führt der Einsatz von Abfallstoffen wie Klärschlämmen und nicht getrennten Müllkomposten als Düngemittel zu Schadstoffanreicherungen im Boden, etwa mit Schwermetallen.

Um auch in Zukunft gesunde Lebensmittel produzieren zu können, sind die Landwirte gehalten, bei der Düngung mehr auf den Bodenschutz zu achten. Eine umweltverträgliche, am Vorsorgeprinzip orientierte Düngepraxis in der Landwirtschaft ist das Ziel des neuen Grenzwerte-Konzepts der Bundesregierung für "Gute Qualität und sichere Erträge", das momentan erarbeitet wird. Kern des Konzepts ist die Festlegung neuer Grenzwerte für Düngemittel wie Klärschlämme, Bioabfall, Schweine- und Rindergülle. Gütegesicherte Biokomposte können und sollen weiter als Dünger genutzt werden.

"Mit dem neuen Konzept wollen wir den Einsatz von Düngemitteln so optimieren, dass Äcker und Wiesen durch eine nachhaltige Bodennutzung dauerhaft für die Produktion gesunder Nahrungsmittel verfügbar bleiben. Das nutzt Bauern und Verbrauchern gleichermaßen", sagte Trittin.

Grundlage des Konzepts ist der Beschluss der gemeinsamen Konferenz der Agrar- und Umweltminister von Bund und Ländern vom Juni 2001. Darin wurde festgestellt, dass der Einsatz von Düngemitteln nicht zu einer Anreicherung von Schadstoffen im Boden führen darf. Das Konzept soll in der Öffentlichkeit breit diskutiert werden und die Ergebnisse der Debatte in der dieser Legislaturperiode im Abfall- und Düngemittelrecht umgesetzt werden.

| agrar.de
Weitere Informationen:
http://www.verbraucherministerium.de/landwirtschaft/eckpunkte-duengemittel-05-06-02.pdf
http://www.vhe.de

Weitere Berichte zu: Abfall Düngemittel Grenzwert Schadstoff Trittin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist

30.03.2017 | Medizin Gesundheit

Flipper auf atomarem Niveau

30.03.2017 | Physik Astronomie

Europaweite Studie zu „Smart Engineering“

30.03.2017 | Studien Analysen