Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Integrierter Pflanzenschutz für die Zuckerrübe

20.06.2003


Planungsinstrumente jetzt online abrufbar



Blattkrankheiten sind eine Gefahr für den Ertrag und die Qualität von Zuckerrüben. Gespritzt werden sollte aber nur, wenn es erforderlich ist und das in bedarfsgerechten Mengen. Dieses zugleich wirtschaftliche und umweltbewusste Handeln zu vereinen ist eine Herausforderung für die Landwirtschaft und das Ziel des Integrierten Pflanzenschutzes (IPS). Er strebt an, vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln jegliche pflanzenheilenden Möglichkeiten auszunutzen. Das Institut für Phytopathologie (Pflanzenkrankheiten und -schutz) der Christian-Albrechts-Universität hat unter der Leitung von Prof. Dr. Joseph-Alexander Verreet das "IPS-Modell Zuckerrübe" entwickelt, das ab jetzt online abrufbar ist. Landwirte, Verwaltung und Wirtschaft können hier ihre Daten des Zuckerrübenanbaus eingeben: Das IPS-Modell hält alle Werkzeuge zur Planung und Vorhersage bereit, um den modernen Anforderungen des Pflanzenschutzes im Rübenanbau im Sinne der Verbraucher, der Umwelt und der Landwirtschaft gerecht zu werden.



Das wissenschaftlich fundierte und praxisreife Pflanzenschutzmodell gegen Krankheitserreger bei Zuckerrüben sagt bundesweit den Befall und die zu erwartenden Verluste im Zuckerrübenanbau "mit hoher Wahrscheinlichkeit" vorher. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst wird das Modell kostenlos zur Verfügung gestellt.

Nach Einführung in die Praxis Deutschlands (1996) und Österreichs (2000) hat das Modell wesentliche Erweiterungen erfahren. Die innovative und einmalige Komposition enthält jetzt drei miteinander verzahnte Einzelbausteine:

  • Ein Bekämpfungsschwellenkonzept, das bereits in der Praxis angewandt wird. Es gibt Auskunft über die Zeiträume eines Verlustrisikos, in Abhängigkeit vom Beginn einer Epidemie
  • ein Negativprognosemodell, das mit Witterungsdaten den befallsfreien Zeitraum darstellt
  • und ein Verlustprognosemodell, das das zu erwartende Verlustpotenzial in Abhängigkeit von Anfangsbefall, Sorte und Erntetermin charakterisiert.

Diese Vorhersage gründet auf der Schadensschwelle, jener Befallshöhe, welche zur Ernte ohne wirtschaftliche Verluste toleriert werden kann.

Verreet erklärt: "Die meisten Landwirte sind bereits mit dem IPS-Bekämpfungs-schwellenkonzept sehr gut vertraut, da es seit Jahren in der Praxis Anwendung findet. Neu sind die Prognosemodelle zur Vorhersage des Befallsbeginns- und der resultierenden Verluste. Auch mit den neuen Technologien und dem Internet können sie solcherlei Modelle für die Landwirtschaft ganz selbstverständlich nutzen."
Unterstützt wurde die CAU von zahlreichen Partnern, u. a. der Südzucker AG, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst des Landes Niedersachsen, Nordzucker und der chemischen Industrie.

Kontakt:

Prof. Dr. Joseph-Alexander Verreet,
Phytopathologie II der Christian-Albrechts-Universität
Tel.: 0431 - 880-2996
E-Mail: javerreet@phytomed.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.ips-zuckerruebe.de
http://www.uni-kiel.de

Weitere Berichte zu: Pflanzenschutz Vorhersage Zuckerrübe Zuckerrübenanbau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie