Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemisch modizifiertes Holz: Widerstandsfähig gegen Regen und UV-Strahlen

20.05.2003


Institut für Holzbiologie und Holztechnologie präsentiert Forschungsarbeiten auf der LIGNA



An neuartigen Verfahren zur chemischen Modifizierung von Holz arbeiten seit drei Jahren Wissenschaftler des Instituts für Holzbiologie und Holztechnologie an der Georg-August-Universität. Der Direktor des Instituts, Prof. Dr. Holger Militz: "Unser Ziel ist es, konventionelle Technologien des Holzschutzes weiter zu entwickeln und ganz neue Ansätze für die Verbesserung von Holzeigenschaften zu erschließen. Wir eröffnen damit billigem Holz aus europäischen Wäldern und tropischen Plantagen Einsatzmöglichkeiten, die bisher nur Edelhölzern, Metallen oder Kunststoffen vorbehalten waren." Ihre innovativen Forschungsansätze sowie neue Weiterbildungsangebote für Universitäts- und Fachhochschulabsolventen wird das Göttinger Wissenschaftlerteam auf der Weltmesse für Forst- und Holzwirtschaft, LIGNA, vorstellen. Sie findet vom 26. bis 30. Mai 2003 in Hannover statt.



Nach Angaben der Wissenschaftler hat Holz große Vorteile als konstruktiver Werkstoff: Holzträger sind wesentlich leichter als vergleichbare Stützen aus Stahl oder Beton mit gleicher Tragkraft. Bei einem Brand bleiben sie länger stehen, sie verändern ihre Länge bei Temperaturänderungen weniger stark, und auch gegenüber aggressiven Gasen und Salzen erweist sich Holz als besonders resistent. Probleme bereitet jedoch die Eigenschaft des Holzes, bei Änderungen der Feuchtigkeit zu quellen oder zu schwinden. Bei monatelanger Befeuchtung kann es zudem von Pilzen angegriffen werden. Außerdem führen unltraviolette Strahlen aus dem Sonnenlicht und die Auswaschung von Abbauprodukten durch den Regen zu einer "Vergrauung". Um diese "Schönheitsfehler" des Holzes zu beseitigen, bringen die Göttinger Wissenschaftler ungiftige chemische Verbindungen in die Wände der Holzzellen ein. Dort sollen sie dann die Wasseraufnahme blockieren. "Wir arbeiten außerdem an Möglichkeiten des UV-Schutzes. UV-absorbierende Beschichtungen haften wesentlich länger, wenn das Holz durch Feuchtigkeit nicht mehr quillt", so der Chemiker Dr. Carsten Mai, der im Team von Prof. Militz mitarbeitet.

Wie Prof. Militz erläutert, können durch eine größere Widerstandsfähigkeit und Stabilität neue Einsatzbereiche für das Holz erschlossen werden, die die "Abhängigkeit der Menschheit von endlichen Ressourcen verringern". Fensterrahmen und andere Bauprodukte, die dem Wetter ausgesetzt sind, stellen "vorrangige Anwendungsbereiche" dar, so der Wissenschaftler. "Viel Raum für Innovationen bieten die Verleimung und die Beschichtung der chemisch modifizierten Hölzer. Die Möglichkeiten ihres Einsatzes sind noch gar nicht alle durchdacht." Mit dem Auftritt auf der LIGNA (Halle 16, Stand C38) will das Institut die Holzwirtschaft über die aktuellen Forschungsarbeiten und Forschungsergebnisse informieren sowie Industriepartner für weitere Untersuchungen gewinnen. Vorgestellt werden außerdem das Masterprogramm Holzbiologie und Holztechnologie und das englischsprachige Promotionsprogramm Wood Biology and Technology, die die Göttinger Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie anbietet.

Weitere Informationen können im Internet unter der Adresse www.holz.uni-goettingen.de abgerufen werden. Auskünfte erteilt auch Dr. Ernst Kürsten unter der Telefonnummer (0551) 39-3737.

Kontaktadresse:
Dr. Ernst Kürsten
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Institut für Holzbiologie und Holztechnologie
Büsgenweg 4, 37077 Göttingen
Tel. (0551) 39-3737, Fax (0551) 39-9646
e-mail: ekuerst@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.holz.uni-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Göttinger Holzbiologie Holztechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise