Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landwirte spannen das Internet vor den Pflug: Beratungssystem ermöglicht ökologischeren Anbau

19.05.2003


Landwirte finden jetzt qualitativ hochwertige und dennoch benutzerfreundlich aufgearbeitete Informationen für eine umweltfreundliche Pflanzenproduktion im Internet.

Der Clou des Informationssystems Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP): Der Landwirt kann nicht nur Daten abfragen, er kann mit dem System in einen Dialog treten, indem er Daten seiner Ackerflächen, der angesäten Pflanzenarten und/oder der verwendeten Düngemittel angibt. ISIP verknüpft diese Informationen mit aktuellen externen Daten und gibt dann Empfehlungen zu weiteren Maßnahmen des Pflanzenbaus und des Pflanzenschutzes. "So kann der Nutzer die jeweils ökonomische und zugleich am meisten umweltentlastende Maßnahme auswählen", erläuterte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Haupt- sowie neun ergänzende Projekte mit 3,4 Millionen Euro fördert. Brickwedde und der Präsident des Verbandes der Landwirtschaftskammern, Karl Meise, gaben heute den Startschuss für dieses neue Angebot im Internet. Das unabhängige Beratungssystem der Landwirtschaftskammern und Bundesländer ist dabei auch technisch auf der Höhe der Zeit: Per SMS oder E-Mail werden automatisch Warnmeldungen vor Schaderregerbefall an betroffene Landwirte versandt.

"Dem Bauern wird es auf diese Art möglich, schon vor Befall seiner Pflanzen zu reagieren, wenn er von ISIP die Information erhält, dass benachbarte Anbaugebiete bereits betroffen sind", erläuterte Dr. Werner Wahmhoff, DBU-Abteilungsleiter Umweltforschung. 60 Prozent der Fläche in Deutschland seien landwirtschaftlich geprägt - allein diese Zahl mache deutlich, wie wichtig eine nachhaltige und damit umweltschonende Landwirtschaft sei. Unbestritten sei der Informationsfluss zu den Landwirten noch nie so gut wie heute. Es werde eine unübersehbare Fülle von Detailinformationen in verschiedenen Formen angeboten. Gleichwohl bleibe aber dem einzelnen Landwirt weitgehend überlassen, aus dieser großen Flut die für seinen Betrieb passenden Teilinformationen herauszufiltern. Hier schafft ISIP nun Abhilfe: Die Informationen werden dem Landwirt in komplexer Form qualitätsgeprüft und benutzerfreundlich zur Verfügung gestellt. "Durch ISIP sind die Landwirte sehr viel besser in der Lage, die mit der pflanzlichen Produktion verbundenen unerwünschten Umweltwirkungen ohne Beeinträchtigung ihrer Ertragsmengen deutlich zu verringern", so Wahmhoff.

Ein solches Informationsnetz biete neben einer Verringerung von Umweltbelastungen zahlreiche Vorteile, erläuterten der Direktor der Landwirtschaftskammer Hannover und Vorstandsvorsitzende von ISIP, Bernd-Udo Hahn, Kammerdirektor Ludwig Hanebrink (LWK Rheinland), Dr. Bernd Böhmer (Leiter des Pflanzenschutzdienstes der LWK Rheinland und Vorsitzender des ISIP-Fachbeirates), Dr. Manfred Röhrig (Geschäftsführer und technischer Koordinator ISIP e.V.) sowie Dr. Reinhard Sander (kaufmännischer Koordinator ISIP e.V.) Es helfe, Ertragsreserven auszuschöpfen, indem Produktionsverfahren verbessert würden. Gleichzeitig würden Kosten gespart, weil unnötiger Verbrauch von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln vermieden würde.

"ISIP richtet sich vor allem an Landwirte, die mithilfe der Beratung die Effizienz und Nachhaltigkeit ihrer Produktion steigern möchten", so Röhrig. Dabei solle ISIP die persönliche Beratung vor Ort keinesfalls ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen. Nutzer haben dabei die Wahl zwischen einem Voll- und einem Teilabonnement. Die Kosten für ein Vollabonnement bewegen sich zwischen 70 und 140 Euro, ein Teilabonnement liegt zwischen 30 und 60 Euro.



Zugangsberechtigungen und

... mehr zu:
»Beratungssystem »ISIP »LWK »Landwirt

weitere Informationen sind erhältlich bei
den deutschen Landwirtschaftskammern
den Beratungsstellen der Bundesländer

oder direkt bei
ISIP e. V. Geschäftsstelle in Bad Kreuznach
Telefon: 0671 - 820-284
E-Mail: info@isip.de

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.isip.de

Weitere Berichte zu: Beratungssystem ISIP LWK Landwirt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Rinderhaltung: Europäische Agrarwissenschaftler betreten Neuland in der Forschungskooperation
16.02.2018 | Leibniz-Institut für Nutzierbiologie (FBN)

nachricht Entwaldung in den Tropen
15.02.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

Unternehmenssteuerung und Controlling im digitalen Zeitalter

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Stahl ist nicht gleich Stahl: Informatiker und Materialforscher optimieren Werkstoffklassifizierung

19.02.2018 | Materialwissenschaften

Wenn Eiweiße einander die Hand geben

19.02.2018 | Materialwissenschaften

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics