Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum Bäume länger leben

12.05.2003


Die molekularen Grundlagen baumspezifischer Eigenschaften am Beispiel der Pappel untersucht eine neue von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Forschergruppe unter Federführung von Forstbotanikern der Universität Göttingen.



Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen Fragen zur Ernährung und zur Stressresistenz. Die Pappel-Forschergruppe wird über einen Zeitraum von drei Jahren mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert. Neben der Georg-August-Universität sind die Universitäten Freiburg, Tübingen, Braunschweig, München und Würzburg sowie das Forschungszentrum Karlsruhe beteiligt.



Bäume können im Gegensatz zu anderen Pflanzen viele Jahrzehnte an einem Standort überleben, obwohl sie wechselnden Umweltbedingungen ausgesetzt sind. Sie haben im Laufe der Evolution besondere Formen der Anpassung entwickelt. Die molekularen Grundlagen baumspezifischer Eigenschaften am Beispiel der Pappel untersucht eine neue von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Forschergruppe unter Federführung von Forstbotanikern der Universität Göttingen. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen Fragen zur Ernährung und zur Stressresistenz. "Die schnell wachsende Pappel ist ein geeigneter Modellbaum, da sie in einer Vielzahl von Arten und Ökotypen vorkommt, über ein relativ kleines Genom verfügt und die Möglichkeit bietet, genetisch veränderte Varianten herzustellen", erläutert die Leiterin der Forschergruppe und Direktorin des Göttinger Forstbotanischen Instituts, Prof. Dr. Andrea Polle. Die Pappel-Forschergruppe wird über einen Zeitraum von drei Jahren mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert. Sie besteht aus sieben Projektgruppen und zwei Service-Projekten zur Entwicklung neuer Technologien zur Funktionsanalyse und zur "Ausschaltung" von Genen. Neben der Georg-August-Universität sind die Universitäten Freiburg, Tübingen, Braunschweig, München und Würzburg sowie das Forschungszentrum Karlsruhe beteiligt.

"Stickstoff, Phosphor und Kalium sind wichtige Nährelemente, die das Wachstum und die Holzbildung der Pappel beeinflussen. Wir untersuchen die Aufnahme, Regulation und Verteilung der Stoffe und simulieren mit den Daten in Computer-Modellierungen die Nährstoff-Flüsse", so Prof. Polle. Ein zweiter Arbeitsschwerpunkt ist die Suche nach den physiologischen und molekularen Ursachen für die Stresstoleranz der Pappeln insbesondere in Hinblick auf Salz- und Temperatureinflüsse. Dabei gehen die Forscher von solchen Pappelarten aus, die schon jetzt unter extremen Stressbedingungen, zum Beispiel am Rande von Wüsten, wachsen können, um die molekularen Grundlagen der Resistenz zu erforschen. Die Forschergruppe bringt die Ergebnisse ihrer Untersuchungen auch in internationale Aktivitäten ein, die die Sequenzierung und funktionelle Analyse des Pappelgenoms zu Ziel haben.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Andrea Polle
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Forstbotanisches Institut
Büsgenweg 5, 37077 Göttingen
Tel. 0551 - 39-3482, Fax 0551 - 39-2705
e-mail: apolle@uni-goettingen.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de/~uffb

Weitere Berichte zu: Ernährung Forstbotanikern Pappel Stressresistenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kaskadennutzung auch bei Holz positiv
11.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik