Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesforschungsanstalten informieren über Paratuberkulose beim Rind

04.02.2003


Paratuberkulose bei Rindern ist weit verbreitet. Im Jahr 2002 wurden in Deutschland 240 Fälle gemeldet. Doch da die Symptome sehr unspezifisch sind, muss davon ausgegangen werden, dass die gemeldeten Fälle nur die Spitze des Eisbergs darstellen.



Experten schätzen, dass in Deutschland 10-15 % der Milchvieherden betroffen sein könnten. Paratuberkulose ist das Thema des Monats Februar auf der website der Bundesforschungsanstalten "www.bmvel-forschung.de".



Die Paratuberkulose des Rindes wird durch Mycobacterium paratuberculosis hervorgerufen. Es handelt sich um eine chronisch verlaufende, unheilbare Darmerkrankung mit tödlichem Ausgang. Die Tiere infizieren sich meist bereits als Kälber über die Milch ihrer Mütter oder über Futter beziehungsweise Wasser, das mit dem Kot infizierter Tiere verschmutzt ist. Die Bakterien nisten sich in der Darmwand des Rindes ein und verursachen eine sehr langsam verlaufende Entzündung des Dünndarms. Erste Symptome sind Durchfall und Abmagerung. In den Herden erkranken meist nur einzelne Tiere, die jedoch, bis die Krankheit erkennbar wird, über längere Zeit große Keimmengen ausscheiden (100 Millionen Keime und mehr pro Gramm Kot). Die wirtschaftlichen Verluste durch Rückgang der Milchleistung und vorzeitigen Abgang der Tiere sind erheblich.

Die Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere (BFAV) hat einen Ratgeber mit Hygiene-Empfehlungen zur Paratuberkulose des Rindes herausgegeben. Dadurch soll es Landwirten ermöglicht werden, ihre Tiere vor der Ansteckung mit dieser Infektionskrankheit zu schützen. Gleichzeitig sind die empfohlenen Hygienemaßnahmen geeignet, auch andere Krankheitserreger wie Salmonellen, E. coli und weitere Durchfallerreger besser zu beherrschen. Einen Link zum Ratgeber "Paratuberkulose" finden Sie ebenfalls auf der website "www.bmvel-forschung.de" beim Thema des Monats.

Die Bundesanstalt für Milchforschung (BAfM) hat herausgefunden, dass Mycobacterium paratuberculosis äußerst hitzestabil ist und durch das übliche Pasteurisieren der Trinkmilch nicht in jedem Fall abgetötet wird. Zwar darf der Erreger der Paratuberkulose beim Rind nicht mit dem Erreger der Tuberkulose beim Menschen verwechselt werden, wenngleich beide Pathogene miteinander verwandt sind. M. paratuberculosis kann aber eventuell als einer der Auslöser einer seltenen Stoffwechselkrankheit des Menschen - Morbus Crohn - in Frage kommen. Die Erkenntnisse sind derzeit noch nicht gesichert. Morbus Crohn gilt als Multifaktorenkrankheit, die durch erbliche, diätetische oder auch psychische Faktoren ausgelöst bzw. begünstigt werden kann. Auch hierzu finden sich Angaben im aktuellen Thema des Monats.

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmvel-forschung.de

Weitere Berichte zu: Monats Morbus Crohn Paratuberkulose Rind

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht „Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern
20.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise