Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moderne Agrartechnik mit Sensorhandschuh und mechanischen Augen

18.12.2002


Landwirte, Handel und Verbraucher profitieren von moderner Agrartechnik aus Potsdam-Bornim


Der Sensorhandschuh arbeitet als sanfter Qualitätsprüfer (Foto: ATB)


Der Pendelsensor an der Spitze des Traktors misst Höhe und Dichte des Getreides, der Dünger kann passend dosiert werden (Foto: ATB)



Landwirte haben es nicht leicht: Eine sich stetig wandelnde Wirtschaft konfrontiert sie mit neuen Bedürfnissen und dem Wettbewerb auf einem globalisierten Markt. Immer zahlreicher und komplexer werden Gesetze und Verordnungen, die Umwelt- und Verbraucherschutz regeln sollen. "Leibniz-Journal" stellt in seiner aktuellen Ausgabe die Aktivitäten des Instituts für Agrartechnik in Bornim (ATB) vor. Das Institut entwickelt innovative Lösungen, die gleichermaßen die Interessen von Landwirten, Handel und Verbrauchern berücksichtigen.



Sensorik-Lösungen auf dem Vormarsch

Der wertvollste Besitz des Bauern ist sein Ackerboden. Da verwundert es, dass Landwirte Unterschiede in der Bodenqualität bislang nur sehr grob bestimmen können. In der Regel werden Dünge- und Pflanzenschutzmittel gleichmäßig über die gesamte Anbaufläche verteilt. Die Folge: Wo wenig Pflanzen stehen, wird zu viel gedüngt, und Unkrautvernichtungsmittel werden auch dort ausgebracht, wo gar kein Unkraut wächst. Die Experten aus dem ATB wollen das ändern. "Den Landwirten müssen Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden, die es ihnen ermöglichen, auf Bodenunterschiede einzugehen", erläutert Detlef Ehlert, Leiter der Abteilung "Technik im Pflanzenbau". Die Lösung: Sensoren messen die elektrische Bodenleitfähigkeit und ermitteln so die Qualität des Ackerbodens. Aus den Daten entsteht eine "Karte", aus der sich genau ablesen lässt, wo viel und wo wenig gedüngt werden muss. Die in Bornim entwickelten Sensoren können aber auch erkennen, wie stark ein Acker mit Unkraut durchwachsen ist. So ist es möglich, zielgenau dort, wo die "mechanischen Augen" unerwünschte Wildkräuter erspäht haben, Herbizide zu versprühen. Das spart Kosten und schont die Umwelt.

Technische Helfer gehen behutsam ans Werk

Die Wissenschaftler des ATB liefern technologische Entwicklungen auch für den Gartenbau. Wie haltbar ist Obst wirklich, wenn es dem Augenschein nach noch frisch und knackig aussieht? Das ATB bietet eine Lösung an. Ein am Institut entwickelter Sensorhandschuh ertastet die Fruchtfestigkeit und den Chlorophyllgehalt von Obst. Im Rahmen eines EU-Projektes wurde "Glove" entwickelt, mit dem die Reife und der Durchmesser von Äpfeln und Pfirsichen bei Ernte, Sortierung oder im Handel mit einem Griff objektiv und zerstörungsfrei bestimmt werden können. Die Reife wird mit Hilfe eines Minispektrometers erkannt. Dazu wird die Frucht an einer Seite beleuchtet. Das aus der Frucht heraus reflektierte Licht wird von einer Glasfasersonde erfasst und spektraloptisch ausgewertet. Zusätzlich wird die Fruchtfleischelastizität akustisch bestimmt - mit anderen Worten: man hört darauf, wie das Obst auf leichten Druck reagiert. Neben solchen technischen Lösungen arbeiten die Biologen, Chemiker, Physiker, Verfahrenstechniker, Maschinenbauer und Landwirte des Instituts außerdem an neuen Produktionsprozessen im Sinne des integrierten Umweltschutzes. Hierfür leistet das Institut gemeinsam mit 20 Unternehmen und Forschungseinrichtungen im überregionalen Kompetenznetz "ProSenso.Net" Entwicklungsarbeit.

Forschung für die Zukunft

Die Arbeit der Forscher zielt auf viele alltägliche Probleme der Agrarwirte; sie helfen dabei, Kosten zu senken, und schützen die Umwelt. Die Besonderheit des ATB liegt darin, dass hier Erkenntnisse aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften wirkungsvoll miteinander verknüpft werden. Das bringt praxisnahe Ergebnisse und hat den Forschern schon zahlreiche Patente beschert. Und das wiederum hat sich herumgesprochen. Die Agrartechniker aus Bornim sind weltweit als Experten gefragt. Hochaktuell sind die Themen, zu denen sie konsultiert werden: Welternährung, Lebensmittelsicherheit und alternative Landnutzungsmöglichkeiten sind nur einige davon.

Näheres zu den Forschungsarbeiten im ATB sowie ein Porträt dieses Leibniz-Instituts und ein Gespräch mit dem Leiter der Einrichtung finden Sie im aktuellen "Leibniz-Journal" 04/2002.

Kontakt:
Dr. Frank Stäudner
Tel.: 030-206049-42
Fax: 030-206049-55
E-Mail: staudner@wgl.de

Leibniz-Geschäftsstelle
Eduard-Pflüger-Straße 55
53113 Bonn
PF 12 01 69, 53043 Bonn
Tel.: 0228-30815-0
FAX: 0228-30815-255
Email: wgl@wgl.de

Dr. Frank Stäudner | idw
Weitere Informationen:
http://www.wgl.de

Weitere Berichte zu: ATB Agrartechnik Landwirt Sensorhandschuh

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie