Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rapsöl für Mensch und Motoren

04.10.2002

Querschnittssymposium "Oil 2002" vom 7. - 8. Oktober an der Universität Jena

"Deutsches Speiseöl aus Raps ist ein Spitzenprodukt, und vom ernährungswissenschaftlichen Standpunkt aus genauso gesund wie Olivenöl" - das ist nur eine der Kernbotschaften des Oil 2002-Symposiums, das die Friedrich-Schiller-Universität Jena zusammen mit der Universität Halle organisiert. Wissenswertes und Verblüffendes rund um Pflanzenöle werden die geladenen Experten am 7. und 8. Oktober präsentieren.

Wussten Sie, dass Deutschland der größte Rapsproduzent in der EU ist? Diese Botschaft erstaunt, "denn Rapsöl hat", so Prof. Dr. Gerhard Jahreis, "einen traditionell schlechten Ruf in Deutschland." Seit Jahren gehe der Trend zum Olivenöl, wegen des hohen Anteils an einfach ungesättigten Fettsäuren, führt der Ernährungswissenschaftler der Universität Jena aus. Neueste Erkenntnisse jedoch lassen das Ansehen des Rapsöls, das hierzulande aus Imagegründen als Pflanzenöl deklariert wird, steigen. "Als einziges Öl weist es nämlich das von den Ernährungsgesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz empfohlene Mischungsverhältnis an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf."

1996 erregte eine israelische Studie Aufsehen, weil dort Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Krebsrate, trotz "gesunder" Ernährung hoch waren. Das Paradox offenbarte, dass eine fettbewusste Ernährung nicht reicht, sondern auch die Mischung der Fettsäuren in der Nahrung entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit hat. Rapsöl enthält 20 % der so genannten Omega-3-Fettsäuren, weist also den geforderten gesunden Fettsäurenmix auf. "Es muss folglich beim Verbraucher ein Umdenken einsetzen", sagt Jahreis. Ein Ziel des Symposiums sei es, einen Imagewandel herbeizuführen. Rapsöl soll künftig dem deutschen Verbraucher nicht mehr nur als Biodiesel um die Nase wehen. In den Vorträgen wird es auch um die Wirtschaftskraft der pflanzlichen Öle auf dem Weltmarkt gehen. Denn im Gegensatz zu Milchsee und Getreideberg, könnten "Ölbäder" bald zur Mangelware werden. Diese Entwicklung bliebe dann für deutsche Rapszüchter nicht ohne Folgen.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Jahreis
Institut für Ernährungswissenschaften der Uni Jena
Dornburger Str. 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949611, Fax: 03641 / 949612
E-Mail: b6jage@rz.uni-jena.de

Monika Paschwitz | idw

Weitere Berichte zu: Fettsäure Jahreis Olivenöl Pflanzenöl Rapsöl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ultra-sensitiv dank quantenmechanischer Verschränkung

28.06.2017 | Physik Astronomie

Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise