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Saatgut-Bank in Afghanistan geplündert

10.09.2002


Gefäße wieder aufgetaucht – Verschiedene Pflanzen- Varietäten unwiederbringlich verloren

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Plünderer haben in Afghanistan Saatgut-Lager, die wissenschaftlichen Zwecken dienen, zerstört. Die Saatgut-Bank enthielt wichtige genetische Informationen für den Wiederaufbau der Landwirtschaft des Landes. Mit der Unterstützung internationaler Saatgut-Banken und finanzieller Hilfe soll die afghanische Saatgut-Bank jetzt wieder aufgebaut werden. Einige Pflanzen-Varietäten könnten aber für immer verloren gegangen sein, berichtet die aktuelle Ausgabe des Fachmagazin Nature. Die letzte Zerstörung der Lagerstätte des fand 1992 statt. Das Konsortium zum Aufbau der Landwirtschaft in Afghanistan umfasst 16 Nahrungs- und Umweltforschungszentren.

"Das Saatgut wurde zerstreut und die Behälter gestohlen", beschreibt Nasrat Wassimi vom Harvest Consoritum. Während aber 1992 die Behälter auf pakistanischen Märkten als Zuckerbehälter wieder auftauchten, fand man die Gefäße der aktuellen Plünderung in privaten Kellern.


Die Saatgut-Banken sind wertvolle Lager für Saaten, die eine genetische Besonderheit aufweisen, wie z.B. eine Resistenz gegen Trockenheit oder Krankheiten. Sie werden zur Züchtung verschiedener Sorten von Anbaupflanzen bei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und Umwelten verwendet. Die afghanische Sammlung beinhaltete tausende natürliche und lokal adaptierte Getreide-Spezies, darunter Gerste, Kichererbsen, Linsen, Mandeln, Granatäpfel und andere Früchte. "Saatgut-Banken sind nicht nur wichtig, da sich die Bedingungen für Landwirte nach dem Krieg verändert haben, sondern haben auch internationale Bedeutung", erklärte Milt McGiffen vom Future Harvest Centre in Syrien. Züchter suchen weltweit nach Varianten, die den lokale Bedingungen standhalten.

Wassimi leitet nun das Team, das Saatgut aus den Kollektionen von Mexiko, Indien, Syrien und Pakistan sammelt. Diese Kollektionen sind der ehemaligen afghanischen Saatgut-Sammlung ähnlich. Rund 70 bis 80 Prozent der Sammlung können laut Experten-Einschätzung wieder aufgebaut werden. Einige Saaten sind aber unersetzbar, da ihr Ursprung nicht bekannt oder schlecht dokumentiert ist. Andere Saaten stammen von Privatsammlungen aus den 20er und 30er Jahren. Selbst wenn sie gefunden werden, könnten keine gesunden Pflanzen mehr gezüchtet werden. Wassimi hofft auf die Unterstützung des Global Conservation Trusts, der im August gegründet wurde.


Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/

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