Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alternative Behandlung im Kuhstall

04.09.2002


XXII. World Buiatrics Congress in Hannover

Immer mehr Tiermediziner fordern den verstärkten Einsatz homöopathischer Behandlungsmethoden in der Rinderpraxis. Auf einer Sonderveranstaltung im Rahmen des XXII. World Buiatrics Congress (früher Welt-Rinderkongress) in Hannover vom 18. bis 23 August 2002 übten eine Reihe von Veterinären Kritik an der mangelnden Bereitschaft der Pharmakonzerne, alternative Medikamente herzustellen, obwohl deren Verabreichung im Gegensatz zu anderen Präparaten häufig ohne Wartezeit möglich ist. Der Veterinär Andreas Striezel aus Bräuningshof wies darauf hin, dass aufgrund von EU-Verordnungen keine neuen Homöopathika für Lebensmittel liefernde Tiere registriert werden könnten. Dies habe dazu geführt, dass sich die Zahl der Präparate seit Jahren kaum verändert habe, obwohl nach Angaben Striezels dringend neue Arzneien benötigt würden. Gerade in der Bestandsbetreuung sei die Verwendung von Homöopathika sinnvoll. Das senke sowohl die Rückstände von Medikamenten in den Tierprodukten als auch die Kosten für den Landwirt, führte Striezel weiter aus.

Eine andere Alternative für die Rinderpraxis präsentierte Luis Leon aus dem Bereich Agrarwissenschaften der Fachhochschule Osnabrück. Der Wissenschaftler arbeitet mit einem Team seit einigen Jahren an den Möglichkeiten der Biologischen Medizin (Phytotherapie)im Kuhstall. Die Biologische Medizin stellt die Nutzung pflanzlicher Wirkstoffe in ihren Mittelpunkt und hat in der Rinderhaltung eine lange Tradition, die aber in den vergangenen 50 Jahren in Westeuropa weitgehend aus den Köpfen der Landwirte (und Wissenschaftler) verschwand. Die Gründe für eine phytotherapeutische Behandlung seien vielschichtig, erklärte Leon. Zunehmende Resistenz gegen Erreger, die Angst der Verbraucher vor Rückständen in den Tierprodukten und Nebenwirkungen vieler klassischer Pharmaka führten zu einem langsamen Umdenken auf vielen Höfen. Der Hauptgrund, warum immer noch viele Landwirte die alternativen Behandlungen ablehnten, läge in der mangelhaften Information. Als Hauptanwendungsgebiete der Phytotherapie nannte Leon Fruchtbarkeitsstörungen, Mastitisbehandlungen sowie Durchfall- und Atemwegserkrankungen bei Kälbern. Auch in der Infektionsprophylaxe hätten sich die Präparate in Studien bewährt, so Leon. Die Dozenten räumten einhellig die Grenzen der alternativen Behandlungsmethoden ein. Erkrankungen, die einer chirurgischen Behandlung bedürften seien ebenso tabu wie anerkannte Tierseuchen. Auch bei parasitärem Befall sei die Erfolgsquote gering, hier führe kein Weg an der klassischen Tiermedizin vorbei.

Stephan Bähnisch | aid-PresseInfo
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Behandlungsmethode Homöopathika Kuhstall Veterinär

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie