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Nur Vorbeugen hilft bei Mastitis

28.08.2002


XXII. World Buiatrics Congress in Hannover

Das einzige Mittel gegen Mastitis (Euterentzündung) bei Rindern ist eine wirksame Vorbeugung. Ein Allheilmittel gegen die Krankheit, die Untersuchungen zufolge durchschnittlich jede vierte Kuh befällt und zur Zwangstötung von jeder siebten Kuh auf europäischen Höfen führt, gibt es trotz intensiver Bemühungen immer noch nicht. Dieses Fazit zogen Forscher aus verschiedenen Ländern während des XXII. World Buiatrics Congress (bisher: Welt-Rinderkongress) vom 18. bis 23. August 2002 in Hannover. Als Erreger der Mastitis werden Bakterien, Pilze und sogar Algen gefunden. Der derzeit am häufigsten vorkommende Mastitiserreger ist das Bakterium Staphylococcus aureus. Der Erreger hat sich auf das Leben im Euter spezialisiert. Die Bakterien verbreiten sich vornehmlich mit der Milch (beim Melken, über die Hände des Melkers oder über die Maschine). Laut Sato Pyölälä, Spezialistin für Mastitiserkrankungen vom Institut für Veterinärmedizin an der Universität Helsinki, muss Prävention bereits hier beginnen: Der Landwirt trägt selbst die Verantwortung für absolute Hygiene während des Melkvorgangs.

Doch was tun, wenn das Tier bereits von einer Infektion befallen ist? Die Lösung liegt laut der finnischen Spezialistin in einer gezielten Diagnostik und einer engbandigen, gezielt abgestimmten Behandlung. Pyöläläs Studien ergaben, dass die Behandlung mit Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens zweimal 24 Stunden mit einer dreifachen Wiederholung die besten Ergebnisse brachten. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Medikament parenteral (intramuskulär injiziert) oder intramammär (durch das Euter) verabreicht wird. Es sollte jedoch bedacht werden, dass die Konzentration des Antibiotikums in der Milch nach einer "Euter"-Behandlung wesentlich höher ist. Die Kombination von mehreren verschiedenen Medikamenten oder mit Entzündungshemmern verbesserten die Ergebnisse der Behandlung nur unwesentlich. Die so genannten Breitbandantibiotika sind nicht nur teuer, ihre Wirkung ist auch umstritten und in Studien nur unzureichend nachgewiesen.

Die Forscher wandten sich mit ihren Forderungen auch an die Pharmaindustrie: Die Wirkung der Medikamente müssten endlich transparenter gemacht werden, sowohl für die Veterinäre, als auch für die Landwirte sowie für den Endverbraucher. Für mehr Transparenz könnten sorgfältig geführte Behandlungsbücher führen, die für jedes Tier einzeln genaue Daten enthält. In Skandinavien habe sich diese Methode als wirksam erwiesen, so Pyölälä. Wenn dann zusätzlich nur Medikamente verabreicht würden, deren Wirksamkeit eindeutig nachgewiesen wurde, sei die Mastitis-Bekämpfung auf dem richtigen Weg. Die in Deutschland gängigen Stammbücher seien ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Stephan Bähnisch | aid-PresseInfo

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