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Holz - und was noch?

28.08.2002


Seminarreihe für Waldbesitzer

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»Rheinland

Wie können Waldbesitzer trotz schwieriger Holzmarktsituation neue Einkommensmöglichkeiten entwickeln, und welche Möglichkeiten bietet hierfür der Wald als Naturstoff- und Erholungsquelle? Diese Frage wurde im Juni im neuen Holzkompetenzzentrum Rheinland in Nettersheim in einem Seminar unter dem Titel "Marktchancen für Erholungs- und Umweltleistungen des Waldes" diskutiert. Dr. Borris Welcker vom Berufs- und Bildungszentrum Bad Segeberg stellte hierzu Untersuchungen vor, die zeigen, dass es besonders darauf ankommt, die Stärken und Möglichkeiten des eigenen Forstbetriebes zu erkennen und im Sinne einer Portfolio-Analyse die Marktchancen für mögliche Produkte und Dienstleistungen abzuschätzen. Dies können spezifische Holzsortimente für regionale Kunden genauso sein wie die Vermarktung von Angeboten im Rahmen einer Eigenjagd oder auch besondere Urlaubsangebote "im Wald".

Hannsjörg Pohlmeyer, Leiter des Forstamtes Bad Neuenahr-Ahrweiler zeigte in seinem Beitrag, dass die Produktpalette aus dem Wald noch lange nicht "zu Ende gedacht" ist. Produktinnovationen mit Holz und Baumprodukten erstaunen immer wieder: Ein gutes Beispiel hierfür ist die "Entdeckung" der Pappelsamenfaser als Füllung für Decken, Kissen und Jacken. Auch die Entwicklung von Schallschutzwänden, die, nur aus Strohballen und Lärchenholz hergestellt, hervorragende Schallschutzwerte erreichen, zeigt, dass selbst einfache Grundstoffe sich zu innovativen und umweltfreundlichen Produkten kombinieren lassen.


Wie Dienstleistungen als zusätzliche Einkommensquelle zu erschließen sind, skizzierte Renate Carstens von der Landwirtschaftskammer Rheinland. Zunächst gilt es, das persönliche Profil des Betriebes herauszuarbeiten, um festzustellen, welche Möglichkeiten - strukturell, aber auch hinsichtlich der familiären Situation - für eine Einkommensergänzung denkbar sind: Zum Beispiel, ob spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse vorhanden sind, aber auch, ob ein entsprechendes Engagement zeitlich vertretbar ist. Aber auch, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Nachfrage für bestimmte Dienstleistungen vorhanden ist.

Auf besonderes Interesse stieß die Frage, wie die individuelle Ausgangslage eines Betriebes eingeschätzt werden kann, um die Anforderungen an einen neuen Betriebszweig besser zu bestimmen. Hier soll über das Holzkompetenzzentrum eine Initiative entwickelt werden, um den Betrieben ein sachgerechtes und individuell umsetzbares "Handwerkszeug" für eine grundlegende Situationsanalyse zur Verfügung zu stellen. Das nächste Seminar vom 6. bis 8. September im Rahmen der 3. NRW Holz- und Waldtage 2002 im Holzkompetenzzentrum beschäftigt sich speziell mit dieser Fragestellung.

Rainer Schretzmann | aid-PresseInfo

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