Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Agroldings Session begeistert beim IAMO Forum 2008

30.06.2008
Anlässlich des IAMO Forum 2008, veranstaltet vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO), widmeten sich führende Experten den bemerkenswerten Entwicklungen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Diese betreffen die Entstehung landwirtschaftlicher Megaunternehmen mit zum Teil stark vertikal integrierten Strukturen, genannt Agroholdings, die sich in der Agrarproduktion engagieren.

Halle(Saale)/IAMO. Anlässlich des IAMO Forum 2008, veranstaltet vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO), widmeten sich führende Experten den bemerkenswerten Entwicklungen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Diese betreffen die Entstehung landwirtschaftlicher Megaunternehmen mit zum Teil stark vertikal integrierten Strukturen, genannt Agroholdings, die sich in der Agrarproduktion engagieren. "Landwirtschaftliche Betriebe werden häufig als Profitcenter von einen Mutterunternehmen koordiniert.

Diese haben häufig keinen direkten landwirtschaftlichen Hintergrund. Teilweise stammen sie aus dem Rohstoffsektor, der Ernährungs-industrie oder dem Dienstleistungssektor und übernehmen bestimmte Funktionen landwirtschaftlicher Unternehmen. Diese beinhalten insbesondere das Produktions- und Finanzmanagement, aber auch strategische Entscheidungen wie z. B. die Investitionstätigkeit.", erklärt Prof. Dr. Heinrich Hockmann (IAMO, Leiter des Forschungs-projektes "Agroholdings im Agrar- und Ernährungssektor in Russland").

... mehr zu:
»Agrarproduktion »IAMO

Darüber hinaus tragen die Muttergesellschaften in der Regel das finanzielle Risiko der Agrarproduktion, häufig ohne direkten landwirtschaftlichen Hintergrund (Banken, Ernährungsindustrie, Rohstoffsektor). Laut Dimitri Rylko, Institute of Agricultural Market Studies (IKAR) in Moskau, "existieren in Russland derzeit mehr als 200 private Agroholdings, die ca. 11.5 Mio. ha landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaften. Das ist immerhin ein Viertel der gesamten Getreideernte Russlands." In den letzten Jahren ist ein erhebliches Wachstum der Agroholdings festzustellen. Sie konzentrieren sich vor allem auf die Schwarzerderegionen im Süden Russlands.

Experten gehen davon aus, dass bis 2020 ca. 20 Mio. Hektar hochproduktiven Ackerlandes von Agroholdings kontrolliert werden - eine Entwicklung, die auch auf die Preise für landwirtschaftliche Rohprodukte Auswirkungen haben dürfte. "Als Reaktion auf die Probleme der Sicherstellung der Rohstoffversorgung in der verarbeitenden Industrie, konzentrieren sich Agroholdings in Kasachstan vor allem auf Getreideproduktion und deren Verarbeitung, schildert Jürgen Wandel von der Deutsch-Kasachische Universität in Almaty (Kazakhstan). "Sie erwirtschaften ca. 80% der gesamten Getreideproduktion". Auch in diesem Land ist ein betriebliches Wachstum der Holdings zu beobachten.

In der Ukraine war eine eher zögerliche Entwicklung zu beobachten, die jetzt jedoch an Dynamik gewonnen hat. Existierten im Jahr 2007 lediglich 25 Agroholdings und ca. 80 kleinere Unternehmen, so sind es 2008 bereits um die 40 Agroholdings, die zusammen mehr als 4 Mio ha bewirtschaften. Ergänzend kommen dazu noch weitere 100 kleinere Unternehmen, mit im Durchschnitt mehr als 20.000 ha. Damit werden ca. 20% der Ackerfläche von diesen Unternehmen kontrolliert. In allen drei Ländern zeichnen sich diese Megaunternehmen dadurch aus, dass sie äußert profitorientiert wirtschaften. Ökologische Aspekte werden daher auch nur insofern berücksichtigt, als sie dem Gewinnziel dienen. Entwicklungen im sozioökonomischen Bereich werden ebenfalls kritisch betrachtet: "In der Regel beobachtet man einen Zerfall der lokalen Infrastruktur" so Hockmann. "Gegenwärtig besteht noch enormer Forschungsbedarf. Es bleibt das Ziel der Wissenschaft, Ursachen und vor allem Lösungsansätze zu präsentieren."

Dr. Klaus Reinsberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.iamo.de

Weitere Berichte zu: Agrarproduktion IAMO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit