Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GM-Tomate enthält Extraportion Lycopen

20.06.2002


3,5-fache Antioxidans-Konzentration war "glücklicher" Unfall

... mehr zu:
»Extraportion »Früchte »Lycopen »Tomaten

Forscher der Purdue University haben eine gentechnisch veränderte Tomate mit dem dreieinhalbfachen Gehalt an Lycopen gezüchtet. Lycopen verleiht den Tomaten die rote Farbe und ist eines von hunderten Karotinoiden, die Früchte und rotes Gemüse färben. Lycopen ist ein Antioxidationsmittel, das als freier Radikalfänger eine zellschützende Wirkung besitzt. Wie sich herausstellte, war die Antioxidans-reiche Frucht ein "Unfall". Ursprünglich galt es, qualitativ hochwertige und länger haltbare Tomaten zu züchten.

"Die hohe Lycopen-Konzentration in den genetisch modifizierten Tomaten ist auf natürlichem Weg entstanden", erklärte Autar Mattoo, Leiter des Vegetable Labors der Abteilung für Landwirtschaft der Uni. Das Anreicherungsmuster entspreche dem natürlicher Tomaten, so Mattoo. Trotz der Tatsache, dass ein hoher Antioxidans-Gehalt einen gesundheitlichen Nutzen für die Menschen besitzt, gibt es dennoch unlösbare Probleme. "Es ist schwer, den Lycopen-Anteil in der Ernährung zu erhöhen. Die Aufnahme des Antioxidans als Supplement wirkt nicht und die Aufnahme als Arzneimittel hat nicht den selben Effekt", weiß Randy Woodson, Direktor des Agrar-Forschungsprogramms der Uni. Außerdem sei Tomatensauce wirksamer als rohe Tomaten. Vermutlich, weil durch den Kochvorgang die Zellwände zerreißen und mehr Lycopen freigesetzt wird. Eine andere Möglichkeit ist, dass durch das Kochöl Lycopen vom Körper leichter aufgenommen wird.


Lycopen steht seit Mitte der 90-er Jahre im Zentrum der Ernährungsforschung. In einer sechs Jahre laufenden Studie an 48.000 Männern konnten Forscher der Harvard University belegen, dass Männer, die mindestens zehn Mal pro Woche eine Tomatenhaltige Mahlzeit aßen, 45 Prozent weniger häufig Prostata-Krebs entwickelten. Bei jenen, die vier bis sieben Mal wöchentlich eine Tomatenkost aßen, lag die Wahrscheinlichkeit der Tumorentwicklung um 20 Prozent niedriger. Weiters wurde bestätigt, dass Lycopen das so genannte "schlechte" Cholesterin (LDL-Cholesterin) senkte und in der Folge auch das Risiko einer Herzerkrankung reduzierte.

Der beteiligte Forscher Avtar Handa von der Purdue University meinte zum "glücklichen Unfall": "Es ist eines der ersten Beispiele, wie der Nährwert in Lebensmittel durch Biotechnologie erhöht werden kann." Es könnte sogar die Premiere bei Früchten sein. An einem Patent wird bereits gefeilt, ebenso wie an der Möglichkeit, die Technik bei anderen Früchten und Gemüsen einzusetzen.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.purdue.edu/

Weitere Berichte zu: Extraportion Früchte Lycopen Tomaten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kaskadennutzung auch bei Holz positiv
11.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lipid-Nanodisks stabilisieren fehlgefaltete Proteine für Untersuchungen

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von Alaska bis zum Amazonas: Pflanzenmerkmale erstmals kartiert

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Krebsforschung in der Schwerelosigkeit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie