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Der Baum fällt nicht weit vom Schlepper - Spezialwinde vereinfacht Waldarbeiten

19.06.2002


Welte-Schlepper beim Stammholzrücken


Auf der Interforst in München vom 3. - 7. Juli 2002

... mehr zu:
»Fahrzeugbau »Schlepper »Seil »Zugkraft

Eine Innovation aus dem BMWi-Programm
"Innovationskompetenz mittelständischer Unternehmen" (PRO INNO)

Ein gefällter Baumstamm muss aus unwegsamem, oft steilem Gelände manchmal über 100 Meter mit speziellen Seilwinden zum Fahrzeug herangezogen werden, das ihn abtransportiert. Diese Winden besitzen eine höchstzulässige Seilkraft, die aus Sicherheitsgründen nie überschritten werden darf, allerdings nur bei vollständig abgerolltem Seil zur Verfügung steht. Denn bei den bislang genutzten Forstwinden auf den Schleppfahrzeugen ist die Zugkraft des Seiles zusätzlich vom Füllstand der Seiltrommel abhängig: Je näher der Stamm dem Schlepper kommt, desto voller ist die Trommel und desto geringer wird die Zugkraft des Seils. Weil sich die Zugkraft bei voller Trommel um etwa die Hälfte reduziert, können schwere Stämme oft nicht mehr bis an den Schlepper herangezogen werden - und das bedeutet Betriebsunterbrechungen und Leistungseinbußen. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) hat das Unternehmen Welte Fahrzeugbau eine Konstantzugwinde entwickelt, bei der die maximale Seilkraft in jeder Betriebssituation stets gleich bleibt. Sie vereinfacht nicht nur die Arbeit und erhöht die Schnelligkeit beim Stammholzrücken, sondern bietet auch mehr Sicherheit für die Waldarbeiter. Stets gleiche Seilkräfte verringern die Gefahr eines Seilrisses.

Bei der inzwischen patentierten, auch stufenlos schaltbaren Hydraulikwinde erfasst ein Sensor den Füllstand der Seiltrommel und übermittelt ihn an die Steuerung, die dafür sorgt, dass stets die maximale Seilzugkraft zur Verfügung steht. Die Sensoren sind den rauhen Betriebsbedingungen wie Regen, Staub und starken Erschütterungen optimal angepasst. Eine spezielle Grenzlastregelung gewährleistet zudem, dass der Motor nicht überlastet und abgewürgt wird, sondern gleichbleibend die höchstmögliche Leistung abgibt.

Das Traditionsunternehmen Welte aus dem baden-württembergischen Umkirch entwickelte zudem eine Funkfernsteuerung zur Ansteuerung der Winde und zum Versetzen der Spezialschlepper (Fahrfunk). Gerade im Gebirge muss der Arbeiter oft weit unterhalb des auf dem Fahrweg stehenden Schleppers Stämme am Seil befestigen. Mit ein und derselben Fernsteuerung kann er nicht nur die Winde kontrollieren, sondern auch das Fahrzeug versetzen, wenn der Baumstamm auf ein Hindernis trifft, ohne dass er in Hanglagen wie bisher zum Fahrzeug aufsteigen muss. Das erhöht nicht nur die Produktivität, sondern auch die Arbeitssicherheit für das Bedienpersonal. Zudem kann der Arbeiter das Fahrzeug immer so positionieren, dass die Rinde im Wege stehender Bäume nicht verletzt wird - ein Beitrag zur Bestandsschonung und zur umweltbewussten Forstarbeit.

Spezialfahrzeugbau für die Forstwirtschaft von Welte Fahrzeugbau auf der Interforst in München vom 3. - 7. Juli, Halle 501, Stand 15 und Freigelände F5
KWF-Kuratorium für Wald und Forstwirtschaft (hier wird ein Welte-Schlepper mit Konstantzugwinde stehen) B6/623 und B6 - Sonderschau

Ansprechpartner: Dr. Johannes Sebulke, Welte Fahrzeugbau GmbH, Tel.: 07665 9437-43


Pressearbeit: AiF, Silvia Behr, E-Mail: presse@aif.de, Tel.: 0221 37680-55

Silvia Behr | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de/

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