Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landtechnik-Innovation: Wie ein Elektromotor selbstfahrende Arbeitsmaschinen effizienter macht

28.03.2008
Mini-Mähdrescher oder ein klappernder Traktor - das war einmal. Moderne Landmaschinen sind Hochleistungsgeräte, mit denen Landwirte in Rekordzeit die Felder bearbeiten. Allerdings kostet das viel Energie und Sprit.

Hier setzen die Ingenieure vom Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik am Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) der TU München (TUM) an: Sie haben in Zusammenarbeit mit der Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH einen Elektroantrieb entwickelt, der selbstfahrende Landmaschinen energieeffizienter machen kann.

Heute werden sowohl Fahrantriebe als auch Antriebe für Nebenaggregate großteils hydrostatisch ausgeführt. Solche Hydraulikmotoren haben aber keinen optimalen Wirkungsgrad. Prof. Herrmann Auernhammer vom Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik wollte es deshalb mit einem elektrischen Antriebskonzept probieren - und rannte beim Landmaschinenhersteller Krone offene Türen ein. Geschäftsführer Dr. Josef Horstmann: "Ziel unserer Zusammenarbeit mit dem WZW war die Konzeptionierung und Verifizierung von elektrischen Antrieben für den Einzug und den Vorsatz eines 1.000 PS-Häckslers."

Auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), welche zukunftsweisende Forschungskooperationen zwischen Industrie und Hochschulen fördert, setzte große Hoffnungen auf die Agraringenieure am WZW. Sie bewilligte der TUM deshalb Projektmittel in Höhe von 125.000 Euro, wie DBU-Projektleiter Dr. Jörg Lefèvre erläutert: "Neben der Aussicht auf energieeffizientere Antriebe für Arbeitsmaschinen sieht die DBU weitere Chancen: Durch einen Elektroantrieb könnte man Öl-Emissionen bei den An- und Abkoppelvorgängen hydraulischer Aggregate vermeiden und Havarierisiken im Umgang mit Hydraulikflüssigkeiten eliminieren."

... mehr zu:
»Elektromotor »Hydraulik »WZW

Agrarsystemtechnik-Professor Herrmann Auernhammer nahm die Herausforderung an: "Wir haben uns einen Feldhäcksler der Krone GmbH nach Weihenstephan liefern lassen und haben exemplarisch zwei Triebstränge der Maschine von Hydraulik- auf Elektromotor umgerüstet." Die Leistung beider Antriebssysteme wurde anschließend im praxisnahen Feldversuch getestet: Zur Maisernte auf dem WZW-Versuchsgut Hirschau trat der Häcksler im ersten Jahr mit Hydraulik an, im Folgejahr dann in der Elektroversion. Parallel dazu verglichen die Forscher die Energieeffizienz der Antriebe über mehrere Prüfzyklen im Prüfstand.

Das Ergebnis des mehrjährigen Forschungsprojekts: Der Wirkungsgrad der elektrischen Antriebe liegt bis zu 30% über dem der Hydraulik. Gleichzeitig konnten die WZW-Forscher zeigen, dass ein solcher Elektromotor leicht in ein Fahrzeugmanagementsystem integrierbar ist. Somit kann sich die Maschine ideal auf die jeweilige Umgebung einstellen - das spart zusätzlich Energie. Allerdings wiegt der Motor mehr als ein Hydraulikmodell, teurer wäre er derzeit auch noch. Trotzdem sind alle Projektpartner mit dem Ergebnis hochzufrieden: Die Vorteile des Elektroantriebs wurden eindrucksvoll nachgewiesen, und "es wurde ein Ergebnis erzielt, welches als wegweisend für zahlreiche andere Anwendungsfälle gelten darf", wie Dr. Jörg Lefèvre (DBU) betont.

Auch der bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller fand lobende Worte für das Projekt und die Forschungsarbeit am WZW: "Die landtechnische Spitzenforschung hat den Standort Deutschland zur agrartechnisch weltweit führenden Nation gemacht. Das Wissenschaftszentrum Weihenstephan hat dazu einen entscheidenden Beitrag geleistet."

Kontakt:
Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik der TU München, 85354 Freising-Weihenstephan
Prof. Herrmann Auernhammer (hermann.auernhammer@wzw.tum.de, Tel. 08161/71-3444)
Michael Gallmeier (michael.gallmeier@wzw.tum.de, Tel. 08161/71-3444)

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-muenchen.de/

Weitere Berichte zu: Elektromotor Hydraulik WZW

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung