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Gentechnikverbot im Ökologischen Landbau soll künftig effektiver kontrolliert werden

13.06.2002


Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) und Gesellschaft für Ressourcenschutz (GfRS) starten Forschungsprojekt

Jede Rechtsvorschrift ist nur so gut, wie die effiziente Kontrolle ihrer Einhaltung. Das haben die jüngsten Funde des verbotenen Pflanzenschutzmittels Nitrofen gerade wieder eindrucksvoll belegt. Sie haben auch gezeigt, dass das beste Dokumentationssystem allein keine effiziente Kontrolle gewährleistet. Vielmehr muss die Dokumentation durch umfassende Informationen und eine valide Analytik sinnvoll ergänzt werden. Um eine solche "effiziente Kontrolle" geht es in einem Forschungsprojekt, dass das BgVV jetzt gemeinsam mit der Gesellschaft für Ressourcenschutz (GfRS) begonnen hat. Im Mittelpunkt des Projektes steht die "Praktikabilität des Kontrollverfahrens zum Gentechnikverbot im Ökologischen Landbau". Ziel ist es, die derzeit angewandten Kontroll- und Zertifizierungssysteme zu überprüfen und zu verbessern, um sicherzustellen, dass Produkte aus dem Ökologischen Landbau tatsächlich ohne Gentechnik hergestellt wurden.

Sowohl die EG-Verordnung über den Ökologischen Landbau (Öko-VO) als auch die nationalen Richtlinien der Anbauverbände im Ökolandbau verbieten die Verwendung von genetisch veränderten Organismen (GVO) und von Produkten, die mit Hilfe von GVO hergestellt wurden. Die Einhaltung dieses Verbotes muss bei landwirtschaftlichen Erzeugern, Verarbeitern und Importeuren von Öko-Produkten sichergestellt werden. Derzeit basiert das praktizierte Kontrollverfahren weitgehend auf gegenseitigen Zusicherungserklärungen (Zertifikaten) zwischen Erzeugern und Verarbeitern, die eine lückenlose Rückverfolgung sicherstellen sollen. An die Kontroll- und Zertifizierungsstellen stellt diese Form der Kontrolle hohe Anforderungen, vor allem dann, wenn Ausgangsstoffe aus dem Ausland bezogen werden. Grund genug, das in Deutschland praktizierte Kontrollverfahren kritisch zu analysieren. Und genau darauf zielt das gemeinsame Forschungsprojekt von GfRS und BgVV.

Gerade Vitamine, Enzyme und Konservierungssäuren, die aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen erzeugt wurden, gestalten diese Rückverfolgung nämlich schwierig, weil es in Deutschland noch kein Verfahren gibt, mit dem sich bereits im Rohstoff Erbinformation (DNA) aus den Ursprungskulturen der Mikroorganismen nachweisen ließe. Ein entsprechendes Verfahren zum Nachweis von "DNA-Spuren" soll im Rahmen des Projekts entwickelt und in der Praxis erprobt werden.

Unmittelbare Zielgruppe des Forschungsvorhabens sind die in Deutschland zugelassenen Kontrollstellen und die Überwachungseinrichtungen für den Ökologischen Landbau. Durch die angestrebte Transparenz im Kontrollverfahren werden auch die Produzenten ökologischer Produkte zu Nutznießern der Ergebnisse. Nicht zuletzt will das Projekt über eine effiziente Kontrolle dazu beitragen, das in der Vergangenheit allzu oft missbrauchte Verbrauchervertrauen zurück zu gewinnen.

Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms "Ökologischer Landbau", das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) initiiert wurde. Erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt werden Anfang 2003 erwartet.

Ansprechpartner bei der GfRS:
Dr. Ludger Klempt
Prinzenstr. 4, D-37073 Göttingen
Tel. 0551-58657, Fax: 0551-58774 
ludger.klempt@gfrs.de

Ansprechpartnerin beim BgVV:
Bärbel Jansen
Thielallee 88-92, D-14195 Berlin
Tel. 030-8412-3686; Fax: 030-8412-3635 
b.jansen@bgvv.de

Dr. Irene Lukassowitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.gfrs.de
http://www.bgvv.de

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