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Greenpeace veröffentlicht Deutschlandkarte zu Gen-Mais-Feldern 2008

11.02.2008
Wie im Vorjahr bleibt Anbau von Gen-Mais in Deutschland die Ausnahme

Ab sofort kann auf einer Deutschlandkarte auf den Internetseiten von Greenpeace nachgesehen werden, wo genau in Deutschland Gen-Mais angebaut werden soll. Als Grundlage dienen die im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Daten. Bis letzten Freitag waren dort 4342 Hektar angemeldet. Dies sind 671 Hektar mehr als genau vor einem Jahr. Für diese Fläche erhalten die Gen-Bauern finanzielle Zuschüsse von der EU. Nach Berechnungen von Greenpeace belaufen diese sich auf etwa 1,2 Millionen Euro. Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage zeigt, dass rund 70 Prozent der Bevölkerung Subventionen für den Anbau von genmanipulierten Pflanzen ablehnen.

"Die Prognosen der Gentechnik-Industrie sind nicht eingetreten", sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. "Die angemeldete Fläche für Gen-Mais hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht dramatisch ausgeweitet. Auch in diesem Jahr wird der Anbau von Gen-Mais die Ausnahme bleiben und konzentriert sich auf einige wenige Landwirte und Regionen".

Allein der Landwirt Jörg Piprek aus Hohenstein/Brandenburg hat in diesem Jahr 519 Hektar Gen-Mais zum Anbau angemeldet, dies sind 12 Prozent der Gesamtfläche. Dafür wird er mit rund 133.000 Euro von der EU bezuschusst. "Während der Anbau des riskanten Gen-Maises in anderen EU-Ländern wie beispielsweise Frankreich wegen Sicherheitsbedenken verboten ist, werden Gen-Bauern in Deutschland beim Anbau der riskanten Saat sogar finanziell belohnt.
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Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer (CSU) handelt fahrlässig, wenn er den Anbau von Gen-Mais nicht auch in Deutschland verbietet", sagt Brendel.

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass nicht auf der gesamten registrierten Fläche Gen-Mais angebaut wird. Im Jahr 2007 wurden auf rund 1.000 Hektar weniger Gen-Mais angebaut, als zunächst im Standortregister angemeldet waren. Felder, auf denen Gen-Mais angebaut werden soll, müssen bis drei Monate vor der Aussaat gemeldet werden. Ob sich jedoch alle Landwirte an geltendes Recht halten und ihre Gen-Felder melden, ist unklar. Vergangenes Jahr deckte Greenpeace den illegalen Anbau von Gen-Mais auf. Der Gen-Bauer Piprek hatte auf einem Acker genmanipulierten Mais gepflanzt, ohne die Fläche anzumelden.

Mit über 120 Hektar angemeldeter Fläche im Raum Würzburg/Bayern, wird 2008 erstmals auch in Westdeutschland von Landwirten kommerziell Gen-Mais angebaut. Bisher beschränkte sich der Anbau von Gen-Mais in den westlichen Bundesländern auf Sortenversuche oder Versuchsanbau von staatlichen Einrichtungen oder der Gentechnik-Industrie. Dabei ist die Ablehnung der Gentechnik in Bayern besonders stark.

Zahlreiche bayerische Landwirte sind aktiv und haben sich in über 45 Initiativen zu "gentechnikfreien Regionen" zusammen geschlossen. Auch die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes lehnen in einem gemeinsam veröffentlichten Statement den kommerziellen Anbau von Gen-Pflanzen ab.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Brendel, Tel.
0171-8780 844, oder Pressesprecher Patric Salize Tel. 0171-6035 532.
Die Anbaukarte finden Sie im Internet unter:
www.greenpeace.de/gen-mais-karte.

Ulrike Brendel | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de/gen-mais-karte

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