Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landwirtschaftliche Dauerversuche im Jahrhundertschritt

27.05.2002


Internationales Symposium "Ernährungs- und Umweltforschung im 21. Jahrhundert, der Wert von Dauerfeldversuchen", organisiert von UFZ und MLU vom 5. bis 7. Juni an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle,

Festveranstaltung "100 Jahre Dauerfeldversuch" am 5. Juni, 10.00 Uhr, im Goethe-Theater in Bad Lauchstädt


Das Jahr 1902 gilt als das Geburtsjahr des in Fachkreisen wegen seiner Langjährigkeit, seiner Variantenvielfalt und seiner Kontinuität bei der Bewirtschaftung geschätzten und weltweit wohl einmaligen "Statischen Düngungsversuches" in Bad Lauchstädt, einem kulturellen Kleinod nahe Halle. Dort, auf dem Gelände der ehemaligen Agrochemischen Versuchsstation Halle, waren es vor allem der Agrikulturchemiker Prof. Max Maercker, Prof. Wilhelm Schneidewind und der Administrator Willi Groebler, die die Bedeutung von solchen Langzeitexperimenten sowohl für Wissenschaft als auch landwirtschaftliche Praxis erkannten und Anfang des 20. Jahrhunderts umsetzten. Standen anfänglich Fragen der Ertragssteigerung im Mittelpunkt des Forschungsinteresses, ging es später um den effektiven Einsatz organischer und mineralischer Düngemittel. Heute untersuchen die Wissenschaftler hauptsächlich die Effekte der Düngung auf unsere Umwelt.
Dieser Wandel der Fragestellungen war natürlich durch die Entwicklung der Landwirtschaft und die Veränderung von gesellschaftspolitischen Prioritäten bedingt, tut aber der aktuellen Bedeutung von Dauerfeldversuchen keinen Abbruch, im Gegenteil. Sie bilden heute am UFZ die experimentelle Basis für Themen wie: "Pools und Dynamik organischer Bodensubstanz", "Langzeiteinfluss unterschiedlicher Nutzungsformen auf angrenzende Umweltkompartimente", "Quantifizierung von Stoffkreisläufen und nachhaltige Landbewirtschaftung" und sind unverzichtbar im Hinblick auf die Überprüfung von Computermodellen, mit denen bspw. Boden- und Ertragsbildungsprozesse in Verbindung mit Witterungsdaten simuliert werden. Damit bildet der Versuch die Grundlage für umfangreiche nationale und internationale Forschungskooperationen.

Die Brisanz dieser Themen wird besonders deutlich, wenn man an die Kyoto-Verpflichtung der Industriestaaten zur Emissionsminderung von Treibhausgasen, die kommenden Möglichkeiten des Emissionshandels und das Bekenntnis zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Ökosystemen denkt. Dass dabei nicht nur das Verhalten der Industrie, sondern auch der Land- und Forstwirtschaft über einen positiven oder negativen Ausgang entscheidet, ist bekannt. Aus diesem Grund ist es eine große Herausforderung für die Umweltforschung, unterschiedliche Formen der Bewirtschaftung von Wald und Feld bezüglich der Klimarelevanz quantitativ zu bewerten - Grundlage für ein transparentes Kohlenstoff-Buchhaltungssystem. Die Ergebnisse aus den letzten 100 Jahren Dauerfeldversuch Bad Lauchstädt sind dabei ein kleines, aber wichtiges Puzzleteil, das es gilt zu erhalten und im Rahmen internationaler Studien weiter zu nutzen.

Susanne Hufe | idw

Weitere Berichte zu: Bewirtschaftung Dauerfeldversuch UFZ Umweltforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive