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Ausweitung der Aquakultur im Ostseeraum trifft auf positive Resonanz

02.11.2012
Im gesamten Ostseeraum gibt es grundsätzliche Zustimmung zu einer Ausweitung der Aquakulturproduktion.

Gemeinsame Pressemitteilung der Partner des Aquabest-Projekts im Ostseeraum

Dies ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 150 Experten aus Unternehmen, Umweltorganisationen, Umweltbehörden und der Wissenschaft. Die Umfrage wurde von den Partnern des EU-Projektes „Aquabest“ durchgeführt. Das Projekt, in dem auch Fischerei-Ökonomen des Thünen-Instituts für Seefischerei in Hamburg mitarbeiten, ist Teil der Strategie der Europäischen Union für den Ostseeraum.

Die meisten Umfrageteilnehmer vertreten die Meinung, dass eine Zunahme der Aquakulturproduktion notwendig und ökologisch vertretbar sei, um die wachsende Weltbevölkerung mit Fisch und Meeresfrüchten zu versorgen. Jeweils 85 bis 95 % der Experten sind der Ansicht, dass Aquakultur dem Schutz gefährdeter Fischbestände dient und sie die Verfügbarkeit von Frischfisch erhöht. Dabei schafft sie Beschäftigung und sorgt für den Lebensunterhalt der Menschen auch in abgelegenen Gebieten. Ein breiter Konsens besteht auch dahin gehend, dass Fischproduktion deutlich umweltfreundlicher als Massentierhaltung sei, da die Energie aus dem Futter bei den Fischen als wechselwarmen Organismen nicht zur Körpertemperaturregulierung benutzt wird. Die Mehrheit der Teilnehmer aus dem Bereich der Umweltschutzgruppen (60-75 %) betont die Risiken einer zunehmenden Aquakulturproduktion für die Umwelt in Form von Übernutzung von Wasserressourcen und industrialisierter Fischproduktion, sowie den Einfluss der kultivierten Fische auf natürliche Fischpopulationen.

90 % der Umfrageteilnehmer glauben an das Wachstumspotenzial der Aquakultur in der Ostseeregion. Auch wenn es zwischen den antwortenden Interessengruppen einige Unterschiede gab, stimmten die Experten generell dahingehend überein, dass politische und administrative Gründe ein größeres Hindernis für die Entwicklung der Aquakultur darstellen als etwa finanzielle oder Umweltschutzgründe. Das Fehlen von Planungsinstrumenten für die Standortauswahl und die ungleiche Behandlung gegenüber der Landwirtschaft, was staatliche Förderung betrifft, wurden als dringendste Probleme identifiziert. Die Hälfte der Umweltschutzgruppen und drei Viertel der anderen Interessengruppen sind überzeugt, dass größere Produktionseinheiten für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Aquakulturunternehmen notwendig sind.
Die Umfrage wurde innerhalb des Projektes „Aquabest“ durchgeführt, dass als Teil des Ostsee-Programms der europäischen Strategie für nachhaltiges Wachstum gefördert wird. In der Umfrage, an der 158 Experten aus dem gesamten Ostseeraum teilnahmen, sollte die Einstellung zur Aquakultur ermittelt werden. Bisherige Erfahrungen mit Problemen und möglichen Lösungen hierfür waren im gesamten Ostseeraum recht ähnlich. Die mit der Umfrage gewonnenen Informationen stellen eine solide Basis für eine regional abgestimmte Entwicklungsstrategie für eine ökologisch nachhaltige Aquakultur dar.

Während in anderen Regionen der Erde eine deutliche Zunahme der Aquakulturproduktion zu beobachten ist, ist im Ostseeraum sogar ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Ziel des Projektes „Aquabest“ ist es, Instrumente für ein nachhaltiges Wachstums der Aquakulturproduktion im Ostseeraum zu entwickeln.

Zum Projekt: http://www.aquabestproject.eu/
Weitere Informationen:
Aquakultur-Ökonom Michael W. Ebeling, Thünen-Institut für Seefischerei, Hamburg, Tel.: 040-38905186, Mail: michael.ebeling@vti.bund.de

Dr. Michael Welling | vTI
Weitere Informationen:
http://www.vti.bund.de
http://www.aquabestproject.eu/
http://www.aquabestproject.eu/reports.aspx

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