Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch zukünftig „TROST“ für Kartoffelzüchter

08.10.2014

Das Forschungsprojekt zur Verbesserung der Trockentoleranz von Stärkekartoffeln (TROST) am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam-Golm wird als VALDIS TROST fortgesetzt.

Im Frühjahr 2011 begannen am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie die Arbeiten an einem Forschungsprojekt zur Verbesserung der Trockentoleranz von Stärkekartoffeln (TROST). Da der Stärkeertrag von Kartoffeln erheblich von der Wasserversorgung der Pflanzen abhängt, besteht seitens der Kartoffelzüchter eine hohe Nachfrage nach trockentoleranten Sorten.


Leiden für die Forschung: Die Pflanzen links im Bild wurden optimal mit Wasser versorgt, die Pflanzen rechts unter Trockenstress gesetzt, um in einem aufwändigen Prozess die Toleranz zu bestimmen.

© Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie

„Im Rahmen des Projekts TROST ist es uns gelungen molekulare Marker für die Trockentoleranz in Stärkekartoffeln zu identifizieren“, erklärt Dr. Karin Köhl, „beim Nachfolgeprojekt VALDIS TROST geht es nun darum diese Marker zu validieren und zu beweisen, dass sie sich in der Praxis für die Selektion trockentoleranter Sorten eignen.“

Dazu erhalten die Wissenschaftler des MPI-MP eine Förderung von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. in Höhe von 736.000 € aus Mitteln des BMEL sowie der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung e.V. (GFP).

Unter molekularen Markern versteht man Substanzen, die bei Organismen, die Eigenschaften wie z.B. hohe Stresstoleranz aufweisen, sehr viel häufiger auftreten, als bei Organismen, die nicht tolerant sind. Diese Substanzen können Metabolite, also Stoffwechselprodukte, oder auch mRNA-Moleküle sein.

Diese „Boten-RNA“ wird gebildet, wenn die Information eines Gens auf der DNA abgelesen wird und dann zu den Orten der Proteinsynthese, den Ribosomen, transportiert werden muss. Im Projekt TROST konnten sowohl Metabolit- als auch RNA-Marker für Trockentoleranz identifiziert werden.

Im Nachfolgeprojekt VALDIS TROST werden diese Marker nun auf ihre praktische Eignung für die Kartoffelzüchtung überprüft. Neben dem MPI-MP sind daran die Universität Rostock, das Julius Kühn-Institut, die Versuchsstation Dethlingen sowie Züchter aus der GFP beteiligt.

Bei der Validierung der Marker soll außerdem analysiert werden, ob sich die Auslese trockentoleranter Sorten auch negativ auf den Ertrag auswirken kann. Die Forscher sprechen hier von einer „yield penalty“, also einer Ertragseinbuße.

Tritt ein solcher Effekt auf, so sollen auch dessen Ursachen aufgeklärt werden. Auf diese Weise sollen dann genau die Marker identifiziert werden, mit denen sich negative Auswirkungen auf den Ertrag verhindern lassen. Ganz zum Schluss geht es darum, die Abschnitte im Erbgut der Kartoffel zu finden, die für die bereits identifizierten RNA- und Metabolitmarker verantwortlich sind. Solche genomischen Marker sind für die Anwendung in den Zuchtbetrieben besser geeignet.

„Unser Ziel sind praxistaugliche Marker, die Züchtern die Identifizierung trockentoleranter Sorten unabhängig von Speziallaboren ermöglichen“ fasst Dr. Karin Köhl vom MPI-MP zusammen.

KD

Kontakt:

Dr. Karin Köhl
Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie
Tel. 0331/567 8111
Koehl@mpimp-golm.mpg.de

Dr. Kathleen Dahncke
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie
Tel. 0331/567 8275
dahncke@mpimp-golm.mpg.de

Weitere Informationen:

http://www.mpimp-golm.mpg.de (Website des MPI-MP)
http://www.mpimp-golm.mpg.de/1961992/Auch_zukuenftig_TROST_fuer_Kartoffelzuechte... (Pressemitteilung auf den Seiten des MPI-MP)

Ursula Ross-Stitt | Max-Planck-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kaskadennutzung auch bei Holz positiv
11.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten