Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch Landwirte schauen auf Warenterminmärkte

07.03.2014

Agrarterminmärkte geben den deutschen Kassamärkten die Richtung vor – Erfassungshandel und Verarbeiter sind die Hauptnutzer von Agrarderivaten

Der Handel mit Weizen, Mais und Raps in Deutschland orientiert sich am Börsengeschehen der Pariser Warenterminbörse MATIF.

Sowohl Landwirte als auch der Handel und die Ernährungswirtschaft nutzen die Preisinformationen der Terminmärkte in Frankreich, aber auch in den USA für ihre eigene Preisfindung auf den physischen Märkten.

Dadurch unterliegen die Preise für direkt gehandelte Agrarprodukte ähnlichen Schwankungen wie die Preise an den Warenterminmärkten. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderte Studie, die der Agrarökonom Ernst-Oliver von Ledebur vom Thünen-Institut für Marktanalyse gemeinsam mit den Münsteraner Wirtschaftswissenschaftlern Philipp Adämmer und Martin T. Bohl erstellt hat.

Daneben sind Warenterminmärkte ein bedeutendes Instrument für Marktteilnehmer, um Risiken am Markt zu minimieren und sich gegen unerwartete Preisschwankungen abzusichern.

Da sich die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) zunehmend stärker am Markt ausrichtet und Preisausschläge auf den deutschen, nun international stärker verknüpften Agrarmärkten in den vergangenen Jahren zugenommen haben, werden künftig Absicherungsstrategien an Bedeutung gewinnen.

Obwohl Warenterminmärkte zur Risikoabsicherung große Bedeutung besitzen, verwenden Landwirte gegenwärtig Termingeschäfte nur in sehr geringem Umfang. Demgegenüber sind Termingeschäfte im Agrarhandel und der Ernährungswirtschaft weit verbreitet. Diese Unternehmen verfügen über die für den Terminhandel notwendigen Produktmengen und Liquidität.

Inwieweit Landwirte verstärkt Nutznießer der Absicherungsfunktion der Termingeschäfte werden können, ist noch offen. Unterschiedliche vertragliche Modelle werden dazu in der Praxis erprobt. Welche sich langfristig durchsetzen, ist gegenwärtig ungewiss.

Die Wissenschaftler empfehlen in der Studie Maßnahmen, die dazu beitragen, die Transparenz an den Warenterminmärkten und den physischen Märkten zu erhöhen. Aufgrund der zentralen Bedeutung von Warenterminmärkten für physische Märkte sollten angemessene Regulierungsmaßnahmen dann in Kraft treten, wenn der Preisbildungsprozess auf den Agrarterminmärkten nicht mehr die fundamentalen Markteinschätzungen und -erwartungen widerspiegelt.

Die Studie ist als Band 14 der online-Schriftenreihe „Thünen Report“ erschienen. Sie steht als PDF unter http://www.ti.bund.de, Rubrik „Thünen-Publikationen“ zur Verfügung oder direkt unter:
http://www.ti.bund.de/no_cache/de/startseite/thuenen-publikationen/thuenen-report/thuenen-report-detailseite/Bestellartikel/die-bedeutung-von-agrarterminmaerkten-als-absicherungsinstrument-fuer-die-deutsche-landwirtschaft.html.

Zusätzliche Hintergrundinformationen aus dem BMEL: http://www.bmel.de/Eckpunktepapier-Preisvolatilitaet.

Weitere Informationen:

http://www.ti.bund.de/no_cache/de/startseite/thuenen-publikationen/thuenen-repor... - Thünen-Report (14)
http://www.bmel.de/Eckpunktepapier-Preisvolatilitaet - BMEL-Broschüre

Dr. Michael Welling | Thünen-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Elefanten-Herpes: Super-Verbreiter gefährden Jungtiere
04.05.2017 | Universität Zürich

nachricht Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen
27.04.2017 | Universität Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften