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Anbau von Eiweißpflanzen für die biologische Vielfalt in Agarlandschaften nutzen

26.06.2013
• Leguminosenanbau naturverträglicher gestalten
• Moderne Anbaukonzepte in die Praxis bringen
• Demonstrationsbetriebe in Hessen und Baden-Württemberg eingerichtet

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) weist anlässlich des heute stattfindenden Feldtages auf der Staatsdomäne Frankenhausen (Hessen) auf die große Bedeutung des naturverträglichen Eiweißpflanzenanbaus hin, die es auch für die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften zu nutzen gilt.

Eiweißpflanzen (Leguminosen) auf heimischen Äckern können für den Naturschutz und für die Landwirte viele Vorteile haben: Sie dienen u.a. als Nahrungsquelle für viele Bestäuber, erweitern die oft zu engen Fruchtfolgen, helfen die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern und dienen als hochwertiges Tierfutter.

„Obwohl der Anbau von Leguminosen per se einen gewissen Wert für die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften darstellt, zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, dass sie bisher nur sehr eingeschränkt als wirkliche ökologische Vorrangflächen dienen können“, sagte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN.

„Aus ökologischer Sicht sind dabei naturverträgliche Anbauformen von beispielsweise Linsen oder Esparsette höherwertiger einzustufen als der oft intensive Anbau von Ackerbohnen, Soja oder Lupinen. Wir sehen es daher als erforderlich an, auch den beabsichtigten Ausbau des Eiweißpflanzenanbaus naturverträglicher zu gestalten, damit seine positiven Leistungen für die biologische Vielfalt zum Tragen kommen.“

Das Wissen um den naturverträglichen extensiven Leguminosenanbau und seine vielfältigen Integrationsmöglichkeiten in die Anbausysteme – sei es als Futter- oder Körnerleguminosen, als Untersaat, Zwischenfrucht oder in Gemengen – ist weitgehend verlorengegangen. „Ein vom BfN gefördertes Vorhaben hat daher zum Ziel, das noch vorhandene Wissen zusammenzuführen um praxistaugliche Anbaukonzepte des nachhaltigen und naturverträglichen Leguminosenanbaus verfügbar zu machen“, so Jessel weiter. Diese Konzepte sollten dann Eingang in die nationalen und EU-weiten Initiativen zur Ausdehnung der Eiweißpflanzenproduktion finden.

Neben einem zu erarbeitenden Praxishandbuch wurden vom Projekt auf zwei Demonstrationsbetrieben Schauparzellen eingerichtet, auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen in Nordhessen und auf Hof Gasswies im baden-württembergischen Klettgau. Nach dem heutigen Feldtag findet am 30. Juli 2013 der Feldtag im Klettgau statt. Die Schauparzellen mit einer großen Vielzahl verschiedener Leguminosen können aber auch während der gesamten Vegetationsperiode ohne Voranmeldung besucht werden.

Weitere Informationen zu den Demonstrationsbetrieben, den Feldtagen und zum Projekt finden Sie im Internet unter:

www.fibl.org/de/deutschland/themen-de/leguminosen-de.html

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de
http://www.fibl.org/de/deutschland/themen-de/leguminosen-de.html

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