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Auch alte Wälder schlucken viel CO2

11.09.2008
Wiederaufforstung schlechter als Wahrung des Altbestands

Alte Wälder spielen als CO2-Senke eine wesentlich größere Rolle als bisher angenommen.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der Universität Antwerpen im Wissenschaftsmagazin Nature. Es mag zwar sinnvoll sein, Wälder wiederaufzuforsten, noch sinnvoller sei es aber, alte Bäume nicht zu fällen, kommen die Forscher zum Schluss.

Bis vor kurzem waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass sehr alte Waldgebiete kein Kohledioxid mehr aufnehmen können. "Die Auswertung von 519 Waldgebieten in gemäßigten und borealen Zonen in den USA und in Mitteleuropa haben aber genau das Gegenteil ergeben", so Studienleiter Sebastiaan Luyssaert vom Department of Biology an der Universität Antwerpen gegenüber pressetext.

Sogar mehr als 300 Jahre alte Waldflächen erwiesen sich als effektive Treibhausgassenken. Überraschend sei das Ergebnis nicht gewesen, meint Luyssaert. Allerdings habe es bisher nur die Vermutung darüber gegeben. "Nun haben wir allerdings erstmals den wissenschaftlichen Beweis dafür."

Die Netto-CO2-Aufnahme eines Waldes gehe mit dem Alter zwar leicht zurück, dennoch binden aber auch 200 Jahre alte Wälder immer noch rund 2,4 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Die Primärwälder in den gemäßigten und borealen Zonen machen etwa 15 Prozent der globalen Waldflächen aus. Sie binden pro Jahr etwa 1,3 Mrd. Tonnen des Treibhausgases und geben etwa eine halbe Mrd. Tonne ab. "Neben der Tatsache, dass die Wälder ein Hort der Biodiversität sind, sind sie nach den jüngsten Berechnungen auch noch wertvolles Terrain", meint der Forscher. Gehe man davon aus, dass es CO2-Emissionszertifikate gibt, stelle ein Hektar Primärwald ein wertvolles Stück Land dar. Das mache es sinnvoll diese Wälder auch zu schützen.

"Die Datenlage war bis zu unserer Untersuchung ziemlich dürftig", meint der Forscher. Genauer untersucht war lediglich ein Regenwaldgebiet. Seit Mitte der 90er Jahre haben Wissenschaftler vermehrt Daten gesammelt. Ein solches Datensammlungssystem ist Fluxnet. "Fluxnet ist ein globales Netzwerk in dem mehr als 400 Versuchsflächen zusammengeschlossen sind, die alle mit der gleichen mikrometeorlogischen Methode, den Austausch von Kohlendioxid, Wasserdampf und fühlbarer Wärme zwischen terrestrischen Ökosystemen und der Atmosphäre messen", so Georg Wohlfahrt vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck im pressetext-Interview.

Die Bandbreite an Versuchsflächen reiche von Wüsten über landwirtschaftliche Flächen zu tropischen Regenwäldern und Ökosystemen in der Arktis. "Ziel dieser Messungen ist es zu quantifizieren welche Rolle terrestrische Ökosystem im globalen Kohlenstoff-und Wasserkreislauf spielen." Fluxnet wird von Dennis Baldocchi von der University of California in Berkeley koordiniert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ua.ac.be
http://www.biomet.at.tt

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