Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Agrartechnik hilft Wasser sparen

22.03.2011
Am 22. März ist internationaler Welttag des Wassers - eine zunehmend knapper werdende Ressource. Die Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Agrartechnik arbeiten an Lösungen, das Wassermanagement und die Wassereffizienz in der landwirtschaftlichen Produktion gezielt zu verbessern.
Als Grundlage zur Produktion von Nahrungsmitteln rückt die Ressource Wasser immer stärker in den Fokus. Selbst ohne Klimaänderungseffekte werden weltweit auf Grund des Bevölkerungswachstums die pro Kopf verfügbaren Wasserreserven im Jahr 2050 um die Hälfte zurückgehen. Global ist die Bewässerungslandwirtschaft mit einem Anteil von 70 % derzeit der weltweit größte Wassernutzer - und wird es bleiben müssen, um auch in Zukunft die Lebensmittelerzeugung unter veränderten Bedingungen sicherzustellen.

Der Frage, welche Maßnahmen sich am besten eignen, einer zunehmenden Beanspruchung von Wasserressourcen für die Lebensmittelproduktion entgegenzuwirken, widmet sich das Anfang 2011 am ATB gestartete Projekt AgroHyd. Im Fokus steht die Entwicklung einer für landwirtschaftliche Produktionssysteme geeigneten Bilanzierungsmethode, die belastbare und präzise Aussagen darüber ermöglichen soll, auf welche Weise bei der Produktion von Agrargütern am besten Wasser eingespart werden kann.

Die Potsdamer Wissenschaftler arbeiten auch am optimierten Bewässerungsmanagment. Ziel ist die Entwicklung eines internetgestützten Informations- und Beratungssystems für die operative Bewässerungssteuerung. Das System soll Landwirten u.a. Unterstützung dabei bieten, die Bewässerungseignung ihrer Ackerflächen zu ermitteln, und soll Empfehlungen geben zu Auswahl und Einsatz geeigneter Bewässerungssysteme.

Auch das Nährstoff-Recycling aus kommunalen Abwässern erfordert technologische Innovation. Das ATB arbeitet daran, mit neuartigen Verfahren Stoffe wie Magnesiumammoniumphosphat (MAP) aus dem Abwasser abzutrennen, um den rückgewonnenen Phosphor als Dünger in der Landwirtschaft nutzbar zu machen.

Nicht nur in der Bewässerung werden große Wassermengen, häufig in Trinkwasserqualität, eingesetzt. Auch die nachgelagerten Bereiche verbrauchen viel Wasser, z. B. um den Verbrauchern geschältes und hygienisch frisches Gemüse bieten zu können. Mit verbesserten Technologien, wie dem Einsatz geeigneter Düsen bei der Gemüsewäsche oder dem Recycling von organisch belastetem Waschwasser für die Wiederverwendung in geschlossenen Kreisläufen, kann ein großer Teil des Wassers eingespart werden.

Das Potsdamer Leibniz-Institut für Agrartechnik entwickelt seit Jahren umweltverträglichere und damit ressourcenschonende Produktionsverfahren für die Landwirtschaft und deren Verarbeitungszweige.

Die agrartechnische Forschung hat eine Schlüsselfunktion, wenn es darum geht, die natürlichen Ressourcen effizient und schonend einzusetzen.

Die Forschung des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB) zielt auf die ressourceneffiziente und CO2-neutrale Nutzung biologischer Systeme zur Erzeugung von Lebensmitteln, Rohstoffen und Energie in Anpassung an Anforderungen von Klimaschutz und Klimawandel. Zu diesem Zweck entwickelt das ATB verfahrenstechnische Grundlagen für eine nachhaltige Landbewirtschaftung und stellt innovative technische Lösungen für Landwirtschaft und Industrie bereit. Eine der zentralen Aufgaben ist es, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der eingesetzten Verfahren über die gesamte Wertschöpfungskette zu analysieren - vom Feld bis zum Verbraucher.

Helene Foltan | idw
Weitere Informationen:
http://www.atb-potsdam.de

Weitere Berichte zu: ATB Agrartechnik AgroHyd Lebensmittelerzeugung Leibniz-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Neue Strategie zur Kupferreduktion im Pflanzenschutz entwickelt
21.02.2018 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

nachricht Da haben wir den Salat: Erste Ernte aus aufbereitetem Abwasser im Forschungsprojekt HypoWave
20.02.2018 | ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics