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Agrarpolitische Beratung der EU

24.09.2009
IAMO als einziges deutsches Forschungsinstitut der Agrar- und Ernährungswirtschaft im europäischen AgriPolicy-Netzwerk vertreten

Vom 28. bis 30. September treffen sich die Mitglieder des europäischen AgriPolicy-Netzwerkes im bulgarischen Sofia. Als einziges deutsches Forschungsinstitut der Agrar- und Ernährungswirtschaft ist das in Halle ansässige Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) dabei.

Im Netzwerk, das durch das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU gefördert wird, haben sich Agrarökonomen der der EU seit 2004 beigetretenen Länder, u. a. aus den baltischen Staaten, Polen, Tschechien und Rumänien, sowie der Beitrittskandidaten und weiterer potentieller Kandidaten zusammengeschlossen. Den Vertretern aus insgesamt zwanzig Ländern sind Experten aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden zur Seite gestellt.

Gemeinsam berät man die EU in ausgewählten Themen der Agrarpolitik und führt statistische Analysen bereits umgesetzter agrarpolitischer Maßnahmen durch. Neben den Empfehlungen für die Politik soll mit Hilfe des Netzwerkes auch die analytische Kompetenz der beteiligten Institute ausgebaut werden. Koordiniert wird das "Enlargement Network for Agripolicy Analysis" - so der vollständige Name - von der französischen Firma Euroquality.

IAMO ORGANISIERT EXPERTENWORKSHOPS
Das IAMO ist im Netzwerk unter der Leitung von Dr. Axel Wolz und PD Dr. Gertrud Buchenrieder primär für die Koordination aller Arbeiten zum Thema ländliche Entwicklung sowie für die Organisation von drei Expertenworkshops verantwortlich. Der erste dieser Workshops fand Anfang des Jahres im Rahmen der Grünen Woche in Berlin statt. Im Mittelpunkt standen die Milchmärkte der einzelnen Länder. Der zweite Expertenworkshop wird nun im bulgarischen Sofia ausgerichtet. Drei Tage lang, vom 28. bis 30. September, werden sich die Wissenschaftler neben Fragen der Verbesserung der agrarstatistischen Informationen hauptsächlich über erneuerbare Energien und ländliche Entwicklung austauschen. Wie auch schon zu den Milchmärkten wird dazu eine Studie erarbeitet, die anschließend der EU vorgelegt werden soll. Die Studie versammelt Lageberichte aus allen AgriPolicy-Mitgliedsländern. Vor dem Treffen in Sofia haben dabei jeweils zwei Länder ihre Berichte gegenseitig evaluiert und miteinander diskutiert. Die Ergebnisse wurden am IAMO von Wolz mit Unterstützung von Buchenrieder sowie von Richard Markus zusammengetragen.
ERNEUERBARE ENERGIEN HABEN POTENTIAL
Die Studie belegt, dass der Anteil der erneuerbaren Energien in den 12 Neuen Mitgliedsstaaten in den letzten Jahren zugenommen hat. Allerdings ist dieser mit durchschnittlich 7-12% noch relativ niedrig. In den Beitritts- und potentiellen Beitrittsländern ist der Anteil erneuerbarer Energien zwar erheblich höher, allerdings ist der Trend hier eher rückläufig. Hauptsächlich werden erneuerbarer Energien immer noch aus traditionellen Produkten, also (Feuer-)Holz und Wasserkraft von Großstaudämmen gewonnen. Moderne Formen wie Holzpellets, Biogas und Biotreibstoffe, aber auch Kleinstkraftwerke, Solar- und Windenergieanlagen spielen derzeit nur eine bescheidene Rolle. Die Ausnahmen bilden Malta, Zypern und die Türkei, wo Solarenergie eine gewisse Bedeutung erlangt hat sowie Tschechien, Slowakei und Ungarn, in denen Biogas und Biotreibstoffe in den letzten Jahren verstärkt produziert werden. Insgesamt steht die Erzeugung von modernen Formen der erneuerbaren Energien erst am Anfang. Allerdings wird ihre Bedeutung auch im Zuge der massiven finanziellen Unterstützung auf nationaler wie auf EU-Ebene in den kommenden Jahren kräftig ansteigen.
STÄRKUNG DES EUROPÄISCHEN FORSCHUNGSRAUMS
In Bulgarien werden erstmals alle AgriPolicy-Mitglieder Gelegenheit haben sich über die einzelnen Länderberichte zu erneuerbaren Energien und die länderübergreifende Studie auszutauschen. Neben der internationalen Zusammenarbeit im Hinblick auf die agrarpolitische Beratung der EU stärkt AgriPolicy auch den vernetzten europäischen Forschungsraum. Die Etablierung und Förderung einer solchen European Research Area (ERA) hat die Europäische Kommission zu einem ihrer wichtigsten forschungspolitischen Ziele erklärt.

Informationen zum AgriPolicy-Netzwerk sind unter http://www.agripolicy.net erhältlich.

Weitere Informationen:
Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Britta Paasche M.A.
Tel. 0345 - 2928 330 | paasche@iamo.de

Britta Paasche | idw
Weitere Informationen:
http://www.agripolicy.net

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