Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Agrar-Exportbeschränkungen: Destabilisierung der Märkte und Gefährdung der Nahrungsmittelsicherheit

01.02.2011
IAMO Policy Brief Nr. 2 erschienen: Damit Russland, die Ukraine und Kasachstan ihre Getreideexporte ausbauen und stärker zur weltweiten Ernährungssicherung beitragen können, sind verlässliche und langfristige Agrarpolitiken notwendig.

Exportrestriktionen, wie von diesen Ländern 2007/2008 sowie 2010 vorgenommen, destabilisieren die nationalen und internationalen Märkte und gefährden die weltweite Versorgung mit Agrarrohstoffen.

Bereits heute spielen Russland, die Ukraine und Kasachstan auf den Weltweizenmärkten eine wichtige Rolle. 2009/2010 produzierten alle drei Länder zusammen fast 100 Mio. Tonnen Weizen, das entspricht 14 Prozent der Weltweizenproduktion.

Aufgrund guter Bodenqualitäten und der Verfügbarkeit landwirtschaftlich nutzbarer Brachflächen bestehen große Potenziale zum Ausbau der Getreideproduktion – die drei Länder könnten in Zukunft erheblich mehr zur weltweiten Ernährungssicherung beitragen. Ein wesentliches Hindernis sind dabei neben Infrastrukturdefiziten die unsystematischen und bisweilen populistischen staatlichen Eingriffe in die Agrarmärkte dieser Länder. Das zeigte eine Untersuchung, deren Ergebnisse die Agrarökonomen Thomas Glauben und Linde Götz im IAMO Policy Brief „Nahrungsmittelkrise: Protektionismus und Marktreaktionen in osteuropäischen ‚Getreidenationen‘“ darlegen.

Die sogenannte Nahrungsmittelkrise zwischen Ende 2007 und Mitte 2008, als die Preise für die Agrarrohstoffe Weizen, Mais und Reis in dramatische Höhen stiegen, steht im Mittelpunkt der Untersuchung. Russland, die Ukraine und Kasachstan reagierten auf diesen Preisboom mit Exportbeschränkungen und Preiskontrollen. Die Folgen waren ein Klima der politischen Unsicherheit und eine Abkopplung der Erzeugerpreise von den Preisen auf den Weltmärkten, was sich negativ auf die Gewinnsituation der Betriebe und die Investitionsbereitschaft in den Agrarsektor in diesen Ländern auswirkte. Die nationalen Märkte waren der Analyse zufolge während und nach der Krise schlechter in die Weltmärkte integriert, instabiler und in ihrem Gleichgewicht gestört. Entsprechend dürfen längerfristig negative Wirkungen auf die weltweite Nahrungsmittelsicherheit erwartet werden.

Details zu den Ergebnissen können im IAMO Policy Brief „Nahrungsmittelkrise: Protektionismus und Marktreaktionen in osteuropäischen ‚Getreidenationen‘“ nachgelesen werden. Das Papier steht auf www.iamo.de, der Homepage des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa, allen Interessierten zum Download zur Verfügung.

In der neuen Reihe IAMO Policy Brief werden in loser Folge gesellschaftlich relevante Forschungsergebnisse des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) kurz und allgemeinverständlich aufbereitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zielgruppe sind insbesondere Politiker und Medienvertreter, aber auch interessierte Laien.

Rebekka Honeit | idw
Weitere Informationen:
http://www.iamo.de/dok/IAMOPolicyBrief2.pdf
http://www.iamo.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik