Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2035 wird Phosphor knapp

21.03.2012
WissenschaftsCampus Phosphorforschung in Rostock sucht nach Lösungswegen

Schon 2035, so sagen Wissenschaftler voraus, wird der Rohstoff Phosphor im Boden nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen. Phosphor (P) ist für alle Lebewesen ein essenzielles Nährelement und in der Landwirtschaft mitverantwortlich für das Pflanzenwachstum. Aufgrund der weltweit begrenzten P-Vorkommen wird schon ab etwa 2035 global die Nachfrage das Angebot an P-Mineralen übersteigen. Die daraus folgende Verknappung kann die weltweite Lebensmittelproduktion bedrohen.

Lösungsstrategien zur Vermeidung einer solchen Verknappung zu erarbeiten, ist Anliegen einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit der Universität Rostock mit drei Leibniz-Instituten der Wissenschaftsregion Rostock: Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) und Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN). Seitens der Universität Rostock sind in diesem WissenschaftsCampus die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät (AUF), die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (MNF) und die Juristische Fakultät (JUF) beteiligt. „Die sich daraus ergebende hohe Interdisziplinarität dieses WissenschaftsCampus’ ermöglicht eine umfassende Erforschung und Modellierung als Voraussetzung für ein nachhaltiges Management von Phosphor-Stoffströmen“, sagt Professor Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock.

Offizieller Startschuss ist der morgen (22.03.2012) in Rostock stattfindende Workshop WissenschaftsCampus Phosphorforschung, an dem neben Wissenschaftlern aller genannten Einrichtungen auch der Rektor der Universität Rostock, der Vize-Präsident der Leibniz-Gemeinschaft und der Leiter der Abteilung Wissenschaft und Forschung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommerns teilnehmen.

Ziel des WissenschaftsCampus Phosphorforschung ist es, Strategien zu entwickeln, welche die P-assoziierten Stoffströme schließen und somit durch eine effizientere P-Ausnutzung den Abbau der Lagerstätten erheblich verringern. „Aufgrund der zentralen Bedeutung von Phosphor in den unterschiedlichsten Produktions- und Umweltsystemen ist für die Entwicklung dieser Strategie eine interdisziplinare Herangehensweise in der Forschung unumgänglich“, sagt Prof. Dr. Peter Leinweber vom Institut für Bodenkunde der Universität Rostock, der in der P-Forschung eine der großen wissenschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahre sieht.

Durch die Bündelung fachlicher Kompetenzen universitärer Einrichtungen und der ansässigen außeruniversitären Leibniz-Institute soll der geplante WissenschaftsCampus mit dem provisorischen Arbeitstitel „Phosphorforschung“ den notwendigen Rahmen schaffen. Der WissenschaftsCampus ist eine gemeinsame geförderte Initiative von mindestens einer Leibniz-Einrichtung, einer Universität sowie des jeweiligen Sitzlandes. Dadurch sollen die regionale Partnerschaft zwischen Universität und Leibniz-Einrichtungen gefördert, Exzellenzen gebündelt und vernetzt sowie strategische Forschungen und Entwicklungen an interdisziplinären Forschungsthemen unterstützt werden.

Eine Vorreiterstellung bei Erforschung geschlossener P-Kreisläufe ist insbesondere für agrarisch geprägtes Land wie Mecklenburg-Vorpommern entscheidend zur Sicherung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Die Professur für Bodenkunde an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät hat dabei eine Koordinierungsfunktion übernommen. Bisher sind im WissenschaftsCampus Phosphorforschung 25 Forschergruppen mit einschlägiger Expertise aktiv.

Der Workshop am 22.03.2012 dient zur genaueren thematischen Fokussierung des geplanten WissenschaftsCampus Phosphorforschung sowie zur Erarbeitung konkreter Forschungsfragen und Projektideen zwischen den beteiligten Forschergruppen. Schon in der Vorbereitungsphase des WissenschaftsCampus´ wurde ein multilaterales Projekt mit dem Titel „Hohe Phosphor-Ausnutzung aus Gärresten unter Berücksichtigung der Fest-Flüssig-Trennung“ mit Beteiligung der AUF, IOW, LIKAT, bei der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe eingereicht. Weitere Projekte sind in Vorbereitung.

Zwei Fachvorträge werden auf dem Workshop in die Thematik einführen: Dr. Paul Withers von der Prifysgol Bangor University/UK wird über die wissenschaftlichen Herausforderungen der weltweiten P-Verknappung sprechen. In seiner Forschung beschäftigt sich Dr. Withers insbesondere mit der Zirkulation, dem Transfer sowie dem Management von Phosphor in terrestrischen und aquatischen Ökosystemen. Im zweiten Vortrag wird von Prof. Felix Ekardt, Universität Rostock, die „Phosphorknappheit und Landnutzung als gesellschaftliches & juristisches Problem“ näher beleuchtet.

Da die Vernetzung der Forschungsgruppen zum großen Teil über die spezifischen Analysen und Modellierungsmethoden erfolgt, ist für den Herbst 2012 ein P-Methodenworkshop mit internationaler Beteiligung geplant. Dieser erfolgt in Zusammenarbeit mit der Kommission Bodenchemie der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft.

Der Workshop am 22.03.2012 findet in der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik der Universität Rostock, Hörsaal Experimentalgebäude, Einsteinstraße 2, statt. Beginn ist 9.00 Uhr, voraussichtliches Ende 17.30 Uhr.

Kontakt:
Universität Rostock
Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Bodenkunde
Prof. Dr. Peter Leinweber
Fon: +49 (0)381 498 3120
eMail: peter.leinweber@uni-rostock.de
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
eMail: ulrich.vetter@uni-rostock.de

Dr. Ulrich Vetter | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen
27.04.2017 | Universität Trier

nachricht Erstmals Studie zu Hai- und Rochenarten in deutschen Meeren
19.04.2017 | Bundesamt für Naturschutz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie