Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomasseprojekt DanubEnergy: Auen-Grünland durch Nutzung erhalten

04.02.2013
Die mitteleuropäischen Flussauen gehören zu den ökologisch wertvollsten Gebieten des Kontinents. Ein Verfahren der Uni Kassel soll die kommerzielle Nutzung eines Teils ihrer Bio-masse ermöglichen – und so zu ihrer Erhaltung beitragen.

In den Flussauen Zentraleuropas finden sich ausgedehnte, ökologisch überaus wertvolle Grünlandvegetationen. „Um sie zu erhalten, bedarf es einer behutsamen Nutzung“, sagt Prof. Dr. Michael Wachendorf, Leiter des Fachgebiets Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe an der Universität Kassel.

„Denn ohne eine Nutzung wachsen diese Flächen zu und es entwickelt sich Wald.“ Genutzt wird das Grünland aber bislang nur in geringem Ausmaß. Ein Grund ist, dass die Biomasse dieser Grünlandgesellschaften feuchter Standorte schwer zu ernten und die Ernte technisch schwer zu verwerten ist. Das IFBB-Verfahren (Integrierte Festbrennstoff- und Biogasproduktion aus Biomasse), das von der Universität Kassel entwickelt wurde, ermöglicht es jedoch, aus der Mahd dieser feuchten Gebiete umweltfreundliche Energie zu erzeugen. Bei diesem Verfahren wird mittels Maischung und anschließender Abpressung ein fester und qualitativ hochwertiger Presskuchen erzeugt, der zu einem lagerbaren Brennstoff aufbereitet wird.

Im DanubEnergy-Projekt der Europäischen Union soll nun der Grundstein für die kommerzielle Realisierung des im Labor- und Technikumsmaßstab erprobten Verfahrens gelegt werden. Als Musterobjekt dient dabei die erste großtechnische Anlage dieses Prinzips, die derzeit in Baden-Baden in Betrieb genommen wird. Das Fachgebiet Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe der Universität Kassel unterstützt in diesem Projekt die europäischen Partner mit technologischem und ökologischem Know-How und beim Betrieb eines mobilen Prototypen, der an den Partnerstandorten zu Untersuchungszwecken und zur Demonstration eingesetzt wird.
Gemeinsam mit den Partnern werden Studien zur regionalen Machbarkeit in den Zielregionen in Österreich, Italien, Slowenien, Ungarn, Deutschland, Polen, der Slowakei und der Tschechischen Republik erarbeitet.

Das Projekt wird von der Energieagentur der Regionen im österreichischen Waldviertel geleitet und umfasst ein Gesamtbudget von 1,8 Mio. Euro, das von der Europäischen Union im Rahmen des Central Europe Programme mit 1,4 Mio. Euro bezuschusst wird.
Weitere Informationen unter http://danubenergy.eu/ und http://www.central2013.eu/

Info
Prof. Dr. Michael Wachendorf
Universität Kassel
FB 11- Ökologische Agrarwissenschaften
FG Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe
Tel.: +49 5542 98-1334
E-Mail: mwach@uni-kassel.de

Dr. Guido Rijkhoek | idw
Weitere Informationen:
http://www.central2013.eu/
http://danubenergy.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Forschungsprojekt zeigt: Hecken in Agrarflächen schützen Biodiversität in Madagaskar
18.08.2016 | Universität Hamburg

nachricht Die Deponie ist keine Endstation
02.08.2016 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher beobachten, wie Chaperone defekte Proteine erkennen

Proteine, auch Eiweiße genannt, erfüllen in unserem Körper lebenswichtige Funktionen: Sie transportieren Stoffe, bekämpfen Krankheitserreger oder fungieren als Katalysatoren. Damit diese Prozesse zuverlässig funktionieren, müssen die Proteine eine definierte dreidimensionale Struktur annehmen. Molekulare Faltungshelfer, die sogenannten Chaperone, kontrollieren den Strukturierungsprozess. Ein Forscherteam unter der Beteiligung der Technischen Universität München (TUM) konnte nun herausfinden, wie Chaperone besonders gefährliche Fehler in diesem Strukturierungsprozess erkennen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "Molecular Cell" veröffentlicht.

Chaperone sind sozusagen die TÜV-Prüfer der Zelle. Es handelt sich um Proteine, die wiederum andere Proteine auf Qualitätsmängel untersuchen, bevor diese die...

Im Focus: Mikroskopieren mit einzelnen Ionen

Neuartiges Ionenmikroskop nutzt einzelne Ionen, um Abbildungen mit einer Auflösung im Nanometerbereich zu erzeugen

Wissenschaftler um Georg Jacob von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben ein Ionenmikroskop entwickelt, das nur mit exakt einem Ion pro Bildpixel...

Im Focus: Streamlining accelerated computing for industry

PyFR code combines high accuracy with flexibility to resolve unsteady turbulence problems

Scientists and engineers striving to create the next machine-age marvel--whether it be a more aerodynamic rocket, a faster race car, or a higher-efficiency jet...

Im Focus: Neues DFKI-Projekt SELFIE schlägt innovativen Weg in der Verifikation cyber-physischer Systeme ein

Vor der Markteinführung müssen neue Computersysteme auf ihre Korrektheit überprüft werden. Jedoch ist eine vollständige Verifikation aufgrund der Komplexität heutiger Rechner aus Zeitgründen oft nicht möglich. Im nun gestarteten Projekt SELFIE verfolgt der Forschungsbereich Cyber-Physical Systems des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) unter Leitung von Prof. Dr. Rolf Drechsler einen grundlegend neuen Ansatz, der es Systemen ermöglicht, sich nach der Produktion und Auslieferung selbst zu verifizieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Vorhaben über drei Jahre mit einer Fördersumme von 1,4 Millionen Euro.

In den letzten Jahrzehnten wurden enorme Fortschritte in der Computertechnik erzielt. Ergebnis dieser Entwicklung sind eingebettete und cyber-physische...

Im Focus: „Künstliches Atom“ in Graphen-Schicht

Elektronen offenbaren ihre Quanteneigenschaften, wenn man sie in engen Bereichen gefangen hält. Ein Forschungsteam mit TU Wien-Beteiligung baut Elektronen-Gefängnisse in Graphen.

Wenn man Elektronen in einem engen Gefängnis einsperrt, dann benehmen sie sich ganz anders als im freien Raum. Ähnlich wie die Elektronen in einem Atom können...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Ideen für die Schifffahrt

24.08.2016 | Veranstaltungen

E-Health, E-Hygiene, IT-Management und IT-Sicherheit: Trends und Chancen für Kliniken und Praxen

24.08.2016 | Veranstaltungen

HTW Berlin richtet im September die 30. EnviroInfo aus

23.08.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sichere Netzwerke fürs Internet der Zukunft

25.08.2016 | Informationstechnologie

Geodätisches Referenzsystem ermöglicht hochpräzise Positionsbestimmung

25.08.2016 | Geowissenschaften

Gold aus Abfall

25.08.2016 | Materialwissenschaften