Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Knochenkrebs: Forschungsprojekt zum Ewing-Sarkom startet

19.02.2013
Erforschung des seltenen und bösartigen Ewing-Sarkoms / Internationales Projekt unter münsterscher Leitung erhält Millionenförderung von europäischen Forschungsministerien
Das Ewing-Sarkom – eine Form von Knochenkrebs – ist eine seltene und sehr bösartige Tumorerkrankung, die besonders häufig bei Kindern und Jugendlichen auftritt und schwer heilbar ist. Um den oftmals jungen Patienten bessere Therapiemöglichkeiten zu eröffnen, haben sich Wissenschaftler aus fünf europäischen Ländern unter der Leitung der münsterschen Medizin-Professorin Dr. Uta Dirksen vernetzt und erhalten für ihr PROVABES-Projekt etwa 1,6 Millionen Euro Förderung.

PROVABES steht für „Prospektive Validierung von Biomarkern bei Patienten mit Ewing-Sarkom“. Dirksen und ihre Kollegen werden spezifische Merkmale auf molekularer und Proteinebene an den Tumoren und im Blut der Patienten untersuchen, anhand derer die Patienten ihrer individuellen Risikogruppe zugeordnet werden können. „Da nach der Risikogruppe die Prognose und die Behandlungsform – ob Chemotherapie, Operation, Bestrahlung oder eine Kombination daraus – bestimmt werden, ist eine korrekte Einstufung so wichtig“, erläutert Prof. Dirksen, die als Oberärztin an der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Münsters arbeitet.

Eine Prognose hängt bei Ewing-Sarkom-Patienten unter anderem vom Alter bei der Diagnose, der Größe des Tumors, etwaigen Metastasen und der Reaktion des Tumors auf die Therapie ab. Das Ewing-Sarkom ist eine außergewöhnlich bösartige Krankheit: Selbst Patienten mit guter Prognose erleiden zu 30 Prozent einen Rückfall, der oft nicht mehr heilbar ist. „Die bisher identifizierten Prognosemarker scheinen demnach die Patienten nicht präzise genug in Risikogruppen zu unterteilen. Unser Ziel ist es, biologische Merkmale zu finden, die besser zeigen können, welche Patienten wie stark gefährdet sind“, so Uta Dirksen.

Um den Patienten eine möglichst individuelle Therapie zu ermöglichen, wollen Dirksen und ihre Kollegen die Relevanz von fünf Tumormarkern, die bisher nur im kleineren Rahmen erforscht wurde, in einem groß angelegten Projekt überprüfen. Das Team, das Dirksen leitet und dessen Arbeit sie koordiniert, besteht aus hochrangigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Paris, Bologna, Salamanca, Leeds, Wien, München und natürlich Münster selbst.

Das Projekt ist auf drei Jahre befristet und erhält für diesen Zeitraum insgesamt etwa 1,6 Millionen Euro von ERANET, einem Verbund aus verschiedenen europäischen Forschungsministerien. Die Fördergelder waren ausgeschrieben worden; nur zehn von 117 eingereichten Projekten erhielten einen Zuschlag. „Wir freuen uns sehr darüber, dazu zu gehören, weil das Ewing-Sarkom eine sehr seltene Krebsart ist und bei solchen Ausschreibungen meist häufigere Krebsarten Vorrang erhalten“, berichtet Dirksen. „Wir haben also offensichtlich mit besonderer Qualität überzeugt.“

Von ihrer gemeinsamen Forschung erwarten sich Dirksen und ihre Kollegen, dass vor allem die Chemotherapie individualisiert auf die einzelnen Patienten und deren Krankheitsbild zugeschnitten werden kann. Parallel zu „PROVABES“ wird Dirksen außerdem eine von ihr und dem Leiter der münsterschen Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Prof. Heribert Jürgens, geleitete internationale Studie zum Ewing-Sarkom fortführen. „Wir erhoffen uns aber auch, mit der Arbeit am seltenen Ewing-Sarkom Muster für andere solide Tumorerkrankungen zu finden – so könnten wir nicht nur diesen Patienten helfen“, berichtet Dirksen. Das Projekt startet im Juni 2013.

Redaktion:

Dr. Thomas Bauer

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Fachbereich Medizin / Dekanat
Referat Presse & Public Relations
Domagkstraße 3
48149 Münster
Tel: 0251-83-58937 / mobil: 0171-4948979

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.campus.uni-muenster.de
http://provabes.uni-muenster.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Allergieforschung: Weltweit erstes automatisches Pollennetz in Bayern am Start
28.09.2016 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Maßgeschneiderte Strategie gegen Glioblastome
26.09.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: First-Ever 3D Printed Excavator Project Advances Large-Scale Additive Manufacturing R&D

Heavy construction machinery is the focus of Oak Ridge National Laboratory’s latest advance in additive manufacturing research. With industry partners and university students, ORNL researchers are designing and producing the world’s first 3D printed excavator, a prototype that will leverage large-scale AM technologies and explore the feasibility of printing with metal alloys.

Increasing the size and speed of metal-based 3D printing techniques, using low-cost alloys like steel and aluminum, could create new industrial applications...

Im Focus: Zielsichere Roboter im Mikromaßstab

Dank einer halbseitigen Beschichtung mit Kohlenstoff lassen sich Mikroschwimmer durch Licht antreiben und steuern

Manche Bakterien zieht es zum Licht, andere in die Dunkelheit. Den einen ermöglicht dieses phototaktische Verhalten, die Sonnenenergie möglichst effizient für...

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungen

Einzug von Industrie 4.0 und Digitalisierung im Südwesten - Innovationstag der SmartFactoryKL

30.09.2016 | Veranstaltungen

"Physics of Cancer" - Forscher diskutieren über biomechanische Eigenschaften von Krebszellen

30.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Materialkompetenz für den Leichtbau: Fraunhofer IMWS präsentiert neue Lösungen auf der K-Messe

30.09.2016 | Messenachrichten

Vom Rollstuhl auf das Liegerad – Mit Funktioneller Elektrostimulation zum Cybathlon

30.09.2016 | Energie und Elektrotechnik