Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Antitumor-Wirkstoffen Krebs erfolgreich bekämpfen

29.01.2013
Weltkrebstag 2013 - Heraeus deckt Produktportfolio von platinhaltigen bis fermentativ hergestellten Wirkstoffen ab

Mit dem Weltkrebstag – der seit 2006 immer am 4. Februar stattfindet – möchte die Weltgesundheitsorganisation die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein rücken.


Hightech pur: Fermentationsanlage von Heraeus in Hanau
Quelle: Heraeus


Heraeus hat über 30 Jahre Know-how bei der Herstellung von Antitumor-Wirkstoffen mit und ohne Platin
Quelle: Heraeus

Allein in Deutschland sterben jedes Jahr über 200.000 Menschen an Krebs. Die Zahl der Neuerkrankungen wächst stetig. Mit der Herstellung platinhaltiger Wirkstoffe zur Krebsbekämpfung (Chemotherapie) hilft Heraeus schon lange zahllosen krebskranken Patienten. Der Pharmabereich des Edelmetall- und Technologiekonzerns versteht sich als Dienstleister bei der Entwicklung, Herstellung und Analytik dieser Wirkstoffe. Mit der Biosynthese von Rubicinen - die als Antitumor-Wirkstoffe ebenfalls in der Krebstherapie genutzt werden – hat Heraus sein Produktportfolio erfolgreich erweitert.

„Die Fermentationstechnologie erleichtert uns den Zugang zu forschenden Arzneimittelherstellern und dient als Plattform für den Eintritt in neue Produktfelder“, sagt Dr. Friedrich Wissmann, Technischer Leiter des Bereichs Pharmaceutical Ingredients bei Heraeus. „Mit der Fermentation dieser komplexen und hochaktiven Wirkstoffe leisten wir einen Beitrag zur Entwicklung des Pharmamarktes in Richtung von Individualbehandlungsmethoden.“

Fermentation erinnert an „Bierbrauen“

Heraeus betritt mit der Fermentationsanlage für Antitumor-Wirkstoffe neue Wege. In Hanau stellt das Unternehmen Rubicine biosynthetisch her und hat damit einen entscheidenden Schritt getan von der anorganischen über die organische Chemie in die Biotechnologie. Bei der Fermentation werden Wirkstoffe mit Hilfe von Mikroorganismen in Bioreaktoren hergestellt. In einem kleinen Raum, nicht größer als rund zehn Quadratmeter, beginnt der Produktionsprozess. Die Biotech-Firma, die den gentechnisch veränderten Bakterienstamm entwickelt hat und mit der Heraeus eine strategische Allianz eingegangen ist, liefert in kleinen Ampullen die Bakterien. Diese werden tief gefroren gelagert. Zur Produktion werden sie aufgetaut und mit einer Lösung aus Zucker, Proteinen, Vitaminen und anderen Nährstoffen vermischt.

„Es erinnert an Bierbrauen. Zunächst braucht man Zucker, um die Anzahl der Zellen deutlich zu erhöhen, bevor der Brauprozess startet – und bei diesen Bakterien ist es das Gleiche“, erklärt Friedrich Wissmann. In mehreren Prozessschritten inklusive Zugabe verschiedener Nährlösungen und wiederholtem Temperieren und Sterilisieren in Vor- und Hauptfermentationsanlagen kann schließlich „geerntet“ werden, wie es Wissmann ausdrückt. Nämlich ein Stoffwechselprodukt der Bakterien, das Vorprodukt der eigentlichen Wirkstoffe - kleine gallertartige Kügelchen. Dann kommt der letzte Schritt, ein einziger chemischer Synthese-Schritt statt vielen, wie bei allen anderen Herstellern der Rubicine. Das macht den Produktionsprozess so wirtschaftlich und sorgt für höchste Reinheit.

Mit den hochwertigen Produkten hat Heraeus eine Marktnische besetzt. Denn für Pharmahersteller lohnt sich der Aufwand mit eigenen Sicherheitslabors oftmals nur bedingt. Deshalb lassen Generikahersteller und Produzenten von geschützten Medikamenten die Wirkstoffe u.a. bei Heraeus herstellen und füllen sie in ihren Anlagen aseptisch in therapeutischen Dosierungen ab. Heraeus tritt dabei als Zulieferer von Wirkstoffen auf, nicht aber als Arzneimittelhersteller. Die Anlagen am Standort in Hanau sind für alle wichtigen Märkte zugelassen, wie z.B. für die EU, USA und Kanada sowie Japan. Die Anforderungen an die Mitarbeiter sind hoch, denn sie müssen absolut genau arbeiten. Die Verunreinigungen in allen hergestellten Produkten betragen weniger als 0,1 Prozent. „Für den Arzneimittelmarkt zu produzieren erfordert sehr viel spezielles Know-how. Zahlreiche behördliche Auflagen müssen eingehalten werden. Die spezielle Qualitätssicherung erfordert umfangreiche Dokumentationen“, beschreibt Friedrich Wissmann. Schließlich muss sichergestellt sein, dass der Wirkstoff hochrein ist, um den Krebs-Patienten während der Chemotherapie nicht mehr als nötig zu belasten. „In Hanau produzieren wir auch andere Wirkstoffe wie Cisplatin, unser ,ältestes‘ Produkt. Bei Hodenkrebs im fortgeschrittenen Stadium bietet es immer noch eine Überlebenschance von 95 Prozent.“ Mit diesen Produkten zur Heilung von schwerkranken Patienten beizutragen, erfüllt Wissmann mit Stolz – auch wenn er weiß, dass eine Chemotherapie ein leidvoller Prozess ist.

Über 30 Jahre Know-how bei Antikrebsmitteln

Bereits seit den frühen 1980er Jahren stellt Heraeus Antikrebsmittel wie Cisplatin, Carboplatin und Oxaliplatin hergestellt. Die Wirkstoffe werden hauptsächlich in der Chemotherapie bei Hodenkrebs, Brustkrebs, Blasenkrebs, Bronchialtumor und Darmkrebs eingesetzt. Diese Wirkstoffe enthalten Platin und verhindern die Zellteilung, die Tumorzellen sterben ab. Ab Mitte der 1990er Jahre folgte der Einstieg in die Herstellung von Antitumor-Wirkstoffen wie Dacarbazin und Thiotepa mittels organisch chemischer Synthese. Diese Antikrebsmittel enthalten nicht mehr Platin, sondern Kohlenwasserstoffverbindungen und greifen ebenfalls in den Prozess der Zellvermehrung ein, indem sie besonders schnell wachsende Zellen in deren Wachstum stören. Die durch Fermentation hergestellten Rubicine wiederum greifen nicht mehr in den Reproduktionsprozess des Erbgutes ein, sondern in die Signalübertragung der Zellen. Sie wirken spezifischer und somit gezielter auf bestimmte Zellen.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen mit einer über 160-jährigen Tradition. Unsere Kompetenzfelder umfassen die Bereiche Edelmetalle, Materialien und Technologien, Sensoren, Biomaterialien und Medizinprodukte, Dentalprodukte sowie Quarzglas und Speziallichtquellen. Mit einem Produktumsatz von 4,8 Mrd. € und einem Edelmetallhandelsumsatz von 21,3 Mrd. € sowie weltweit über 13.300 Mitarbeitern in mehr als 120 Gesellschaften hat Heraeus eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Jörg Wetterau
Konzernkommunikation
Leiter Technologiepresse & Innovation
Heraeus Holding GmbH
Heraeusstr. 12-14
63450 Hanau
T +49 (0) 6181.35-5706
F +49(0) 6181.35-4242
joerg.wetterau@heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.de
http://konzern.heraeus.de/de/presse/termine/weltkrebstag/weltkrebstag.aspx

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Allergieforschung: Weltweit erstes automatisches Pollennetz in Bayern am Start
28.09.2016 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Maßgeschneiderte Strategie gegen Glioblastome
26.09.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: First-Ever 3D Printed Excavator Project Advances Large-Scale Additive Manufacturing R&D

Heavy construction machinery is the focus of Oak Ridge National Laboratory’s latest advance in additive manufacturing research. With industry partners and university students, ORNL researchers are designing and producing the world’s first 3D printed excavator, a prototype that will leverage large-scale AM technologies and explore the feasibility of printing with metal alloys.

Increasing the size and speed of metal-based 3D printing techniques, using low-cost alloys like steel and aluminum, could create new industrial applications...

Im Focus: Zielsichere Roboter im Mikromaßstab

Dank einer halbseitigen Beschichtung mit Kohlenstoff lassen sich Mikroschwimmer durch Licht antreiben und steuern

Manche Bakterien zieht es zum Licht, andere in die Dunkelheit. Den einen ermöglicht dieses phototaktische Verhalten, die Sonnenenergie möglichst effizient für...

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungen

Einzug von Industrie 4.0 und Digitalisierung im Südwesten - Innovationstag der SmartFactoryKL

30.09.2016 | Veranstaltungen

"Physics of Cancer" - Forscher diskutieren über biomechanische Eigenschaften von Krebszellen

30.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Materialkompetenz für den Leichtbau: Fraunhofer IMWS präsentiert neue Lösungen auf der K-Messe

30.09.2016 | Messenachrichten

Vom Rollstuhl auf das Liegerad – Mit Funktioneller Elektrostimulation zum Cybathlon

30.09.2016 | Energie und Elektrotechnik