Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bremer Wissenschaftler entwickeln mit Partnern ersten automatischen Spargelstecher

12.09.2012
Europäische Union fördert Projekt des Erntehelfers „AutoSpar” mit rund 700.000 Euro / Spezialfahrzeug soll bereits zur nächsten Spargelernte 2013 marktreif sein / Interesse von Spargelbauern ist groß

Mühsames Spargelstechen von Hand gehört womöglich schon bald der Vergangenheit an: Wissenschaftler der Universität Bremen entwickeln derzeit gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft einen automatischen Spargelstecher. Ziel ist es, dass „AutoSpar“ sechs Stangen Spargel pro Minute ernten kann. Schon im Jahr 2010 hatten Wissenschaftler den Prototyp vorgestellt, den sie während eines zweijährigen EU-Projekts entwickelt haben.


Der Erntehelfer „AutoSpar“ beim Einsatz auf dem Feld. (Foto: BCM, Uni Bremen)

„Derzeit steht AutoSpar in den Hallen unseres Kooperationspartners STRAUSS und wartet auf die nächste Projektphase“, sagt Dr. Holger Raffel vom Bremer Centrum für Mechatronik (BCM) der Uni Bremen. „Wir werden ihn bis zur Marktreife weiterentwickeln und dann mit der Kundenakquise beginnen.“

Bereits jetzt gebe es viele Anfragen von Seiten der Spargelbauern. Im Zuge ihres siebten Rahmenprogramms fördert die Europäische Kommission die nächste Entwicklungsphase über zwei Jahre als Projekt DASH (Demonstration of the AutoSpar Harvesting machine used for white and violet asparagus“) mit rund 700.000 Euro. Den restlichen Anteil des insgesamt 1,3 Millionen Euro teuren Projekts übernehmen die beteiligten Partner.

Nahezu marktreif ab Mai 2013

Das Spezialfahrzeug schneidet die erkannten Spargelstangen mithilfe intelligenter Bild- und Sensordatenverarbeitung, elektronischen Antriebssystemen und mechanischen Positionierelementen ab, hebt sie aus der Erde und legt die Stangen in Schalen ab.
„Unser Ziel ist es, dass `AutoSpar` nach einer neunmonatigen Entwicklungsphase bereits zur nächsten Spargelernte ab Mai 2013 als nahezu marktreifes Produkt auf dem Feld steht und bis dahin mit zusätzlichen Funktionen und erhöhter Ausfallsicherheit ausgestattet wird“, so Raffel. Durch den Einsatz versprechen sich die Wissenschaftler eine größere Unabhängigkeit der Landwirte von Erntehelfern, da pro Feld lediglich zwei bis drei Maschinen und ein Arbeiter benötigt werden.

Die Kooperationspartner des Projekts:

Beteiligt an der Entwicklung sind das Bremer Centrum für Mechatronik (BCM) an der Universität Bremen, der Lebensmitteltechnikexperte BIOZOON GmbH aus Bremerhaven als Konsortialleiter des Verbunds, internationale kleine und mittelständische Unternehmen, der niederländische Partner IMIX und die STRAUSS Verpackungsmaschinen GmbH aus Buxtehude.
STRAUSS und das BCM werden den mechanischen Aufbau des „AutoSpar“ zu einer robusten, auf Spargelfeldern einsetzbaren Erntemaschine weiterentwickeln. Die Anforderungen des osteuropäischen Raums an den automatischen Erntehelfer werden von dem rumänischen Technologie-Transfer-Centrum Tritecc untersucht. Damit wird bereits der Marktzugang des „AutoSpar“ in ganz Europa vorbereitet.

Weitere Informationen:
Universität Bremen
Bremer Centrum für Mechatronik (BCM)
Dr.-Ing. Holger Raffel
Telefon: 0421 218-62690
E-Mail: raffel@mechatronik-bcm.de

BIOZOON GmbH
Matthias Kück
Telefon: 0471 9292850
E-Mail: mk@biozoon.de

Meike Mossig | idw
Weitere Informationen:
http://www.autospar.net/
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Kleinbauern setzen verstärkt auf Monokulturen
10.11.2016 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie